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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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genseitig ihre literarischen Arbeiten zur Bcurtheilung undVerbesserung mitthcilten. Der Briefwechsel zwischen beiden*)zeigt uns in Otto den feinfühlenden, gründlichen, wenn auchzuweilen etwas befangenen Rathgcber, der von Anfang an be-strebt war, die leidenschaftliche Lust der fessellosen Phantasiezu zügeln und die Härten und Schärfen der überreichen Eigcn-thümlichkeit zu mildern.

Alles, was Richter schrieb, thciltc er Otto zur Beurthei-lung mit, ja er ließ ihn sogar über das entscheiden, was erschreiben sollte, indem er ihm das Vcrzeichniß von Thematenzuschickte und ihm die Auswahl der ansznarbcitcndcn Aufsätzeübertrug. Ungeachtet der großen Verschiedenheit beider Cha-raktere lag in dieser scheinbaren Unterordnung Richters dochkeine Gefahr für ihn, da ihn der Rcichthum seiner Ursprüng-lichkeit jedenfalls schützte, wie denn auch diese sich gradezu hochaufbäumte, als Otto einmal einen entscheidenden Zug gegensie that, und Richtern zu bestimmen versuchte, in seiner Prosasich Göthc oder Schlegel zu nähern.

Besuchen wir nun den jungen Dichter er war damalssiebcnundzwanzig Jahr alt in seiner Arbcitstube und tre-ten an seinen Arbcittisch, so werden wir eines achtnngvollcnStaunens uns nicht erwehren können vor einer Thätigkeit,die nicht nur der Art, sondern schon dem Umsang nach ge-wiß nicht ihres Gleichen hat. Richter war Hauslehrer vonsieben Kindern, deren Alter zwischen 7 und 15 Jahren stand;er hatte sie in allen gewöhnlichen Vorkcnntuissen, die älterenauch im Latein zu unterrichten; er hatte dabei ihre Arbeiten

*) Jean Pauls Briefwechsel mit seinem Freunde Christian Otto.Berlin bei G. Reimer 1829. 4 Bde.

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