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die Veranlassung gab. Eine derselben: „Es giebt weder eineeigennützige Liebe, noch eine Selbstliebe, sondern nur eigen-nützige Handlungen," ist im „literarischen Nachlaß," S. W.I. Ausg. Band 63, S. 54 ff. abgcdruckt.
Gleichzeitig gewann die Freundschaft zu Christian Ottoimmer festeren Bestand, immer reicheren Gehalt. Wenn Rich-ter am Ende der Woche bei sinkendem Abend, oder am Sonn-tag-Morgen beim Schimmer der Sterne von Schwarzenbachnach Hof ging, dann war er sicher, dem Freunde zu begegnen,und die scheidende, oder die kommende Sonne goß ihre Strah-len auf zwei beglückte Menschen, die im freiesten Austauschihrer Gedanken und Hoffnungen, im Erguß ihrer Empfindun-gen, wie in gemeinschaftlicher Erhebung eine Seligkeit fanden,die noch in die spätesten Jahre ihren Frendenschimmer warf.
Wie ein guter Genius, mild und fest, scharf bestimmt,aber unendlich liebend, mit immer steigenden Forderungen undimmer steigender Wärme der Begeisterung stand Otto nebendem Freund, der ihm seines ganzen Lebens Stützpunkt wardund der Grund eines ewigen Dankes gegen Gott, „daß er ihmdiesen seinen Menschen gegeben." Richter aber liebte ihn miteiner säst stürmischen Liebe, die seinen schönsten Stunden im-mer erst die rechte Weihe gab. Wie sein Geist rein erglühtevor den Bildern geheiligter Freundschaft, die er sich und derWelt in seinen Werken aufgestellt, so schlug sein Herz in glei-cher Glut dein lebenden Geliebten, der mehr als Alle, die erfand, seinen hohen Hoffnungen von dieser Welt entsprach undan dessen Liebe er alle innnern und äußern Erscheinungen sei-nes Lebens knüpfte.
Aber noch in einer besonderen Beziehung wurde dieseFreundschaft bedeutungsvoll für Richter, indem sich beide ge-