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blaue Himmelwogcn zieht — oder Nachts ineinandcrschwim-meude Sonnen jede mit einem Strahle den Himmel stirnt undmeine Seele groß wird mit der Welt vor mir, oder wenn ichans meiner Erde ein Menschenherz suche und finde, das fürmeines nicht zu groß ist, und wenn wir, in unsere Körper ein-gemanert, in unsere Blicke zerfließen: warum kömmst du dennda wieder, Sehnsucht? warum zählest du mir denn da Gütervor, die ich nicht kenne und die du nicht nennest? und warummachest du mein Herz so weich und so hungrig? Vielleichthieß der, der mir die Freude schickt, auch dir, ihr nachgehcn,weil blos in einer andern Sonne, auf einer andern Erde derTon klingt, der die Seele verschlingt, die Freude blüht, die be-rauscht; das Herz schlägt, an dem meines den Himmel vergißt— indeß du, Sehnsucht, aus der Erde zwischen den Gebeinenmeiner Brüder zerstiebest."
Und an einer andern Stelle schrieb er „an die künftigeGeliebte": Wenn unter den Hundert, die an mir vorübcrge-hen, du allein stille stehest und bei mir bleibst, wie wird danndie erste Minute sein, wo ich dich sehe! und die, wo ich dir'ssage! Dieß ist die einzige Freude, die in der Hoffnung so schönwie in der Erinnerung bleibt." Und wenn ihm Abends auseinsamen Spaziergänge die Sonne unten auf die Erde wiebetend niedergesunken war, und über dem Himmel ein schwar-zes Abendgewölk und über der halben Gegend eine schwarzeUeberschattung lag, da überfiel ihn die Sehnsucht, ein weibli-ches Herz zu finden, das ihm gehörte. „Ich will nicht dasschönste Gesicht, aber das schönste Herz, und ich kann an jenemalle Flecken, aber an diesem keine übersehen." Selbst, wennihn sein Geist in die Weltcnunendlichkeit geführt und er dieArme ausgebreitct für alle Wesen, zog ihn die leiser gebie-