171
Herzens — weit über die engen Grenzen der Gegenwart hin-aus und hinauf in den Sonnenschein der Ewigkeit die Acstetreibt; er liebte sie mit jener Gluth, die er später seinem Vic-tor, Albano und Lcibgeber cinhauchtc; und Beider Leben brachim Lauf der Jahre 1789 und 1790 der Tod. Bis in diespätesten Zeiten klang der Schmerz über diesen Verlust in sei-ner Seele nach und wie zu eigner Beruhigung errichtete erihnen am Schluffe der „Unsichtbaren Loge" ein Denkmal,das ihr Gcdächtniß und seine Liebe verewigt (s. d. Ausg.II. S. 315).
Ein ganz besonderes hatte er (wie oben angcdcutct) fürHermann und dessen originelle Denkweise und Schicksale ent-worfen, das inzwischen nie ganz zur Ausführung gekommen.Nach dem handschriftlich noch vorhandenen Plan hatte sichRichter (in der That oder in der Vorstellung) mit Hermannzn einer Erscheinung nach dem Tode verbündet. Daraus ent-stand eine (eingedruckte) Erzählung: „die Geistercrschci-nnn g," an welche sich die Geschichte der „biographischen Belu-stigungen" anschließen sollte. Die Unverträglichkeit wirklicherVerhältnisse mit blos erdichteten scheint Richtern bestimmt zuhaben, letztre mit Ausscheidung des seinen Freund Betreffen-den allein hcrauszugebcn. Die „Gcistererscheinung" aber bliebunvollendet.
Nach Verlaus von zwei Jahren löste sich auf nicht ganzfreundliche Weise, wie cs scheint, das Verhältnis in Töpenund Richter kehrte im Sommer 1789 zn seiner Mutter uachHof zurück. Inzwischen zwang ihn die Noth und die Unmög-lichkeit, ihr auf eine andre Weise zu entgehen, noch einmal inein Lehramt für Kinder, nur waren die Kinder gut und ihreAcltern seine alten, bewährten Freunde: Pfarrer Völkel,