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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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ders zum Befreundeten hätte machen können, der Pfarrer desOrts, Morg, war als ein strenger Orthodoxer erklärter Feinddes lebendig aufbrausenden Jüngers des Geistes der Freiheitund stellte ihn, ganz unfähig, seine kühnen Behauptungen undParadoxien zu verstehen oder zu widerlegen, in seinen Aeuße-rungen über ihn geradezu als Gottesläugner und Sündcn-prediger hin. Das zog ihm eine Epistel von dem jungenRichter zu, die unbedenklich eine Stelle in der Literatur ver-dient. Er schrieb ihm in Töpen unterm 3. Sept. 1787:Ich hatte bisher bessere Dinge zu thun, als daß ichschlechte zu widerlegen Zeit gehabt. Blos dich verschob meineAntwort auf Ihre neuliche Beleidigungen auf dem Wege. Auchder Ehre des Herrn Kammerraths bin ich's schuldig, einen Vor-wurf abzuwciscn, der ihn am Ende auch antastct; denn bin ichein Lehrer des Atheismus und Selbstmords, was ist denn einVater, der solch einen Lehrer zum Lehrer seines KiudeS macht?Aber ich frage vielmehr, was ist ein Mann, der diesen gifti-gen Vorwurf ohne Beweise einem Ncbenchristen macht, der ihnnie beleidigte? Ich weiß recht wohl. Sie werden Ihre dama-lige mit der Menschenliebe, Höflichkeit und Vernunft gleichsehr streitende Feld- und Controverspredigt der Wirkungzuschreibcn, welche die Sonnenhitze damals auf Ihren Kopsgemacht; allein ich rede hier von Ihrem Herzen, das in einenoch schlimmere Hitze gerieth. Ahmten Sie damit dem sanf-ten, liebevollen Geist des Stifters unsrer Religion und derApostel nach, die nicht auf Meinungen, sondern Thaten dran-gen, die nicht irgend eine sogenannte Hauptlehre, sondernLiebe zum Lcbcnsgcist, zur Wurzel des Christeuthums machtund die keinen wegen seines Jrrthums, sondern um der Lasterwillen verdammt? Und wo Hab' ich denn Ihnen mein Glau-