bensbckcnntniß abgelegt, daß Sie es so genau zu kenueu ver-mögen, um die allmächtige Nolle eines Großinquisitors in Tö-ven spielen zu wollen? Sic können zwar sagen, man braucheeine Sache nicht zu verstehen, um über sie zu urthcilen, undSie könnten recht gut Voltaircn einen Atheisten schelten, unge-achtet Sic keine Zeile von ihm gesehen und ungeachtet er viel-mehr einen Atheisten, den Verfasser des 8M<e,i>6 cls ln unturs,vortrefflich widerlegt. Sie können ferner sagen, es sei einmalIhre Art so, widersprechende Dinge zu verfechten und z. V.zu sagen: „er könne doch ein'Atheist sein, wenn er auch aneinen Gott glaube." Allein dieses Recht, dieses j»s stolaskömmt Ihnen kaum aus der Kanzel, wie viel weniger auf derLandstraße zu. Sie führten den Spinoza zum Beweise an,daß man einen Gott zugleich glauben und läugnen könne:Meinten Sie seine theoretische Behauptung, so kann nur einevon beiden wahr sein; meinten Sie seinen Charactcr (wovonwir aber gar nicht sprachen, weil Geistliche Sünden, die sievergeben können, minder hassen, als Irrlehren, für die sie keineabsolvierenden Hände auhaben), so ist Ihnen unbekannt, daßer ein guter, mäßiger Mann war, der blos den menschlichenFehler hatte, daß er kein Bier trank. Philosophie, Freigeiste-rn, Hcterodoxie, Naturrecht und Atheismus schnüren Sie ineinen Begriff zusammen, wie die Türken Engländer, Hollän-der und jeden Europäer Franken nennen. Daher trauen SieJedem, dessen Seele nicht in einer totalen Sonncnsinsternißder Wahrheit leben will, Vertheidignng des Selbstmords zu.Bewies denn nicht schon Plato ohne Kenntniß des Christen-thums, und Rousseau ohne Gebrauch desselben die Verwerflich-keit des Selbstmords? Und H. kann Sie mit beiden Büchernans seiner Bibliothek erleuchten. — Indessen, gestehe ich doch.
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