Ergießen meiner Gedanken ans das Papier nicht durch dieTriebwerke des Fleißes verursacht oder gehindert zu sehen —kehre ich allen meinen Lesern den Rücken und hefte meineBlicke blos auf meinen Vorsatz.
Kann sich für diese Beschäftigung ein schönrcr Anfang an-bietcn, als meine verlebte Jugend? Und kann-sich einer fürmein Herz mit größrcr Annehmlichkeit anbictcn? O könnteich meiner Empfindung eine verständlichere Sprache lehren,und die Bilder der Phantasie mit genaueren Umrissen zeichnen!Ich kenne keine Zeit, die eine solche Freundin des Menschenwäre, als die jugendliche. Diese überläßt ihren Nachfolgerin-nen die Peinigung der Sterblichen. Und sie nur verkürztihm ihre Gegenwart mit kleinen Freuden, die sich so hold andas junge Herz anschmiegen, die die Furcht nicht schwächetund die Neue nicht tödtct, denen die Bedachtsamkcit den Ein-gang nicht versperrt und deren Abschied neue erleichtern. Ach,wenn ich oft so zwischen Zeifcln herumscheitere, oder von demungünstigen Zufall leide, wenn mein Herz vergebens nach derUmarmung eines Freundes lechzt, und mich das Gefühl mei-ner Fehler zur Unzufriedenheit verurthcilt — wie vft dann la-ben mich die ncucrstandncn Freuden meiner Jugend. Ich ver-gesse Alles und bin taub für den Tumult der Gegenwart; ichentreiße mich allen diesen peinigenden Ideen und schließe dieschöne Vergangenheit in meine begierigen Arme. Denn gehtin meiner Phantasie der Mond ans, gegen den sich mein un-erfahrnes Auge hob und an dessen Flecken sich der Pinsel derkleinen, schon spielend schaffenden Phantasie übte — dann steh'ich in dem Aufenthalt meiner Kindheit, und sehe durch dasFenster den Stürmen des Winters zu. Die wachsenden Schnee-flocken verkündigen meiner Hoffnung die baldige Ankunft der