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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
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freudenvollen Weihnachten; mit dem Gefühl der Behaglich-keit bemerke ich die sichtbaren Zeichen der äußern Kälte, diemir des Vaters Erzählungen am warmen Ofen versprechen.Doch meine Feder malt schlechter, als meine Einbildung, unddiese schafft die Freude leichter, als sie jene mittheilt.

Ich weiß nicht, ob Alle diesen Geschmack an der erinner-ten Jugend mit mir gemein haben, und zweifle wenigstens,ob Alle in dem Grade. Aber freilich genoß ich meine Jugendauf dem Dorse.

Allein nicht blos die Ausmalung jugendlicher, sondernüberhaupt aller vergangenen Freuden verdanke ich meiner Phan-tasie. An die Vergangenheit verschwendet sie alle ihre Kunstund karg gegen die Gegenwart verschönert sie diese blos durchdie Verschönerung jener. Alle meine Zustände borgen vonder Entfernung ihren Reiz, und blos ihre Unerreichbarkeitstimmt meine Wünsche für sie.

den 16. August.

Zur Unbeständigkeit bin ich bestimmt, am meisten zu derder Meinungen. Nicht zwar unterjochen alle Bücher meineUeberzcngung, aber doch manche treiben sie in die Enge; ei-nige unterwerfen sie sich ganz und alle lassen an ihr Merk-male ihrer Macht, wenigstens ans einige Zeit, zurück. Dochmit Vorbeigehnng dieser Bemerkung will ich zur Geschichtemeines Glaubens kommen. Sie ist also Geschichte undkein Raisonnement darüber. Daß auch meine Ueberzcngungdurch die Macht der Erziehung gemißhandelt; daß auch inmein Gehirn durch wohlthätige Hände die Schrcckbilder desAberglaubens gedrückt worden, ist leider! nur zu wahr.Und eben dieser fromme Mißbrauch meiner kindlichen Leicht-gläubigkeit ist Schuld an dem beständigen Widerspruch meinerJean Paul's ausgew. Wceke. XVI. 11