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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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ist, weil, wie in der Baukunst, große Steine große Lucken zu-rücklassen.

Ich habe ziemlich unordentlich von der Unordnung ge-schrieben und meine Verteidigung vcrräth ihre Unentbehrlich-keit. Und darf ich's nicht, da ich mir jetzt versetze, nichtfür das Publikum zu schreiben? Wie wollt' ich anders? SeineErholung kann man nicht für die Vergnügung des Publikumsverschwenden, ich will sagen, man verschwendet sic umsonst;denn cs ist schwer, daß Leser und Schriftsteller sich an einemDinge erholen sollten. Dem Publikum die Hefen unsrerKräfte für Wein verkaufen und cs mit dem Bodensatz unsrerGedanken beschenken dicß kann nicht fruchten: vielleichtwohl im Falle dessen, der mit seinem Ucbcrflufi von Kräftendie Arbeit seines Schreibens in eine Arbeit des Lesers ver-wandelt, obschon cs Unrecht ist, von großen Männern immerGroßes zu fordern.

den. 11. August.

Ueber mein Schwatzen von der Erholung des Schrift-stellers und des Lesers Hab' ich mich vergessen. Ich wollteblos durch meine Digrcssion sagen, daß dieses Tagebuch mei-ner selbst nicht für das Publikum bestimmt sei. Und mitRecht; eben darum, weil ich cs heimlich für dasselbe bestimme.Nchmlich ich weiß, daß zu große Beflissenheit, zu gefallen, durchsich selbst ihren Entzweck verfehlt; daß sich dadurch die Auf-merksamkeit zwischen ihr Werk und dessen Bcurthcilcr zerstreue,und daß überhaupt die Offenherzigkeit sich selten unter vieleAugen wagt. Um daher mehr frei zu sein, um dem Bildevon mir nicht schmeicheln zu dürfen, um nicht durch Rücksichtauf meine Leser zur Beschönigung meiner Fehler und zur Ver-schleierung meiner Tugenden verleitet zu werden, kurz um das