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Du schiebest dem andern anstatt seiner Bewegungsgründedeine unter, die ihn abhalten sollten; stelle dir ihn mit denGründen vor, die ihn antreiben. Er beleidigt dich nicht so,wie dn dir ihn denkst, sondern wie er sich denkt, und ver-geht sich also an einem viel schlimmem Wesen, als du bist.
Und wenn er auch gerade so dächte und so moralischschlimm wäre, als du dir ihn vorstellst, warst du nicht ostso? und wie haßtest denn du dich da?
Der verletzende Mensch, nicht der verletzende Stein är-gert dich; denke dir also jedes Uebel als die Wirkung einerphysikalischen Ursache oder als käme cs vom Schöpfer, derdiese Verkettung auch zulicß.
Acrgere dich nicht, wenn du den andern nicht abgewöh-nen kannst, was dir selber mißlingt und weswegen du außerden schon angeführten Gründen auch noch folgende bcibringeumußt: Wir rächen uns so, als wären wir von Teufeln be-leidigte Engel.
Nach einer kurzen Panse ist die Beleidigung kleiner ge-worden, nach Einem Jahre zu gar nichts.
Warum soll ein anderer mich so sehr als sich selber lieben?
Ist es denn etwas Wunderbares, daß Beleidigungen inder Welt sind, und sollen unter den Millionen Beleidigungenkeine aus dich stoßen?
Man haßt an dir die Schale, die Handlungen, die Re-den, nicht dich; jene würdest du an einem andern heute,an dir morgen hassen.
Eben dann, wenn der andere die Bosheit übertreibt, fühlter mitleidig sein Unrecht.
Was nützten dir diese Regeln, wenn dich der andre niein den Fall setzte, sic anzuwcndcn?