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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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paßt wurde. Um aber selbst unerkannt durchs Thor unddurch das Leipziger Straßeugewühl zu kommen, galt es einebesondere List. Denn obschon er seit Jahren des Weges oftgenug gegangen, so meinte er doch, jetzt sähe ihm Jeder an,wo er hinaus wolle, und darum nahm er nicht nur einen frem-den Namen, den er umsonst hatte, sondern auch beim nächstenFriseur für den Nest seiner kleinen Baarschaft einen Zopf,den er mit solcher Geschicklichkeit in sein sonst frei flatterndesHaar cinband, daß er nun nach seiner Meinung völlig un-kenntlich und darum vor Verfolgung sicher seine Flucht be-werkstelligen konnte. Wirklich srng ihn auch Niemand nachseinem falschen Namen, und der Posthaltcr in Zwickau thatihm sogar die Ehre an, ihn für einen Griechen zu halten.Leider hatte er sich gegen eine wirkliche Gefahr gar nicht ge-schützt: er kam zu Eis erstarrt und mit erfrorner rechter Hand,aber nun mit seinem wahren Namen in Hof bei seiner Mut-ter an. So endete die Univcrsitätszeit Richters im Novem-ber 1784.

Sie hat keine der lichten Farben, die das deutsche Stu-dcntenlcbcn zu schmücken Pflegen; sie brachte ihm weder Um-gang und Freunde, noch Glück und Genuß, und war für ihnnur an Entbehrungen reich. Dennoch war sie entscheidend fürsein ganzes Leben, dessen Grundzügc er, wenn auch zum Thcilnnbewußt, mit sicher ordnender Hand seststellte. Auch würdeman sich sehr irren, wenn man ihn sich leidend vorstellenwollte. Wohl gestattete er der Phantasie, sich in die Schmer-zen der Seele tief zu versenken und sic anszumalcn mit allenFarben und Tinten (wie in dem Tagbuchblatt vom 17. Fcbr.1783, im literarischen Nachlaß, S. W. 62. S. 8); aber dasGefühl erhob sich rasch darüber. Mit hcitcrm Muthe sah er