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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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sophischer und anderer Bemerkungen in gedrängter Schreib-art an.

Die Nachricht, die ich Ihnen von der heil. Orthodoxiein Leipzig geben soll, wird sehr kurz ausfallcn. Fast alleStudenten neigen sich ans die Seite der Hcterodoxie. Wenncs nicht so sehr viele Hcterodoxcn unter den Studenten gicbt,so gicbt's desto mehr Gleichgültige gegen die Religion, Natu-ralisten und auch Atheisten; vermuthlich deswegen, weil mandieses mit weniger Mühe und weniger Kenntniß der Sprachesein kann, als jenes. Die meisten sind nicht mehr orthodox,aber wenige sind Soziniancr im eigentlichen Sinne des-Worts. Ich habe selbst bei einem Magister, der zugleich Pre-diger ist, gehört, welcher unanshörlich auf das System, ansdie mystische Dcutsamkcit der Bibel, ans die Allcgoriesucht,ans die Anhänger an allen unwahren Beweisen, auf die Un-bckanntschaft mit dem Hebräischen in der Erklärung des N.T. n. s. w. loszog. Allein dessenungeachtet darf er nicht freieine Glaubenslehre leugnen; er must blos von der Schwie-rigkeit derselben reden und die Entscheidung über ihren Werthden Zuhörern überlassen. Der größte Fehler, der die Frei-heit des Denkens in Sachsen hindert, ist, daß die Großennoch nicht aufgeklärt sind. Jedes freie Buch wird konfiszirt.

Morus ist unstreitig nicht orthodox. Er hat schon vieleVerfolgung erlitten und eben diese macht ihn behutsam undhindert ihn, seine Meinung frei hcrausznsagen. Wo er einStück vom Teufel re. mit Recht wcgcrklärcn, oder eine Alle-gorie ans dem alten Testament zu einer Akkomodazion machenkann, da thnt cr's. In seiner Dogmatik, die er trefflich liest,trägt er bei streitigen Punkten die entgegengesetzten Meinun-gen vor und überläßt seinen Zuhörern die Entscheidung; und