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Rousseau hat sehr viele Schriften noch hinterlasscu; inMannheim druckt man seine sämmtlichen Werke aus Pränu-meration mit den schönen lateinischen Lettern, mit welchen diealten Autoren gedruckt wurden. Ein herrlicher Mann! ImOriginal liest sich sein Emil noch einmal so schön; und seineHcloise, die ist zu gut, um nur gelobt zu werden.
Um Ihnen Platner ganz zu malen, mußt' ich er selbstoder noch mehr sein. Man muß ihn hören, man muß ihnlesen, um ihn bewundern zu können. Und dieser Mann, dersoviel Philosophie mit soviel Annehmlichkeit, soviel gesundenMenschenverstand mit so großer Gelehrsamkeit, soviel Kcnnt-niß der alten Griechen mit der Kenntnis der Neuern verei-nigt, und als Philosoph, Arzt, Acsthctiker und Gelehrtergleich groß ist, und eben soviel Tugend als Weisheit, ebensoviel Empfindsamkeit als Ticfsinn, dieser Mann ist nicht nurdem Neide jedes schlechten Kopfes, sondern der Verfolgungder mächtigen .Dummköpfe und der Verleumdung ausgesetzt.Er hat schon viele Streitigkeiten gehabt und noch mehreFeinde sich zngezogcn. Er wurde einmal vors Konsistoriumzu Dresden gefordert, um sich wegen der Beschuldigung desMaterialismus zu verantworten. Nichts kann man ihm we-niger schuld geben als dieses: er ist der erklärteste Feind desMaterialismus. Man muß seine Aphorismen nicht gelesenoder nicht verstanden haben, um cs nicht zu wissen. Doch cswar ein Konsistorium, und dieses hat Recht, mit mehr Ehredumm und mit mehr Heiligkeit boshaft zu sein, als andreMenschen. Er vertheidigtc sich: er siegte über die, mit welchenzu streiten er für Schande hielt. Kausen Sie sich seine phi-losophischen Aphorismen. Sie treffen in diesen die Leibnitzi-sche Philosophie im kernigsten Auszuge und eine Menge philo-