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Werther und Lotte, Siegwart und Marianna — und alle —und auch Du und ich."
DaS warme Gefühl, aus dem diese Dichtung hcrvorgc-gaugcu, die schwärmerische Empfindsamkeit, in welcher derVerfasser ganz befangen erscheint, hinderten ihn indcß nicht,wenige Monate nachher — am 9. August 1781 — folgendesUrtheil über den Roman auf die Rückseite des Titelblatteszu schreiben:
Fehler: Dieses ganze Nomänchcn ist ohne Plan ge-macht, die Verwicklung fehlt gänzlich und ist alltäglich unduninteressant. Die Charaktere sind nicht sowohl übel geschil-dert, als gar nicht. Man fleht vom Abclard und von derHcloisc nichts als das Herz; man sieht nichts von ihremVerstände; cs ist keine ihrer Neigungen ausgemalt; nicht ein-mal die Empfindung der Liebe ist wahr dargcstcllt. Ucbcrdießist alles überspannt; bei vielem empfindet man nichts, ebenweil es sehr cmpfindelnd sein sollte. Es ist auch wider dieWahrscheinlichkeit gefehlt. Es ist sehr fade rc. Die Spracheist nicht göthefianisch; aber sic ist schlechte Nachahmung derGöthcfianischcn.
Schönheiten: Es ist nicht überall die Sprache desHerzens verstellt; die Schilderungen von Szenen aus derNatur sind nicht gänzlich mißrathcn; das Deutsche ist nichtganz elend; cs ist wenigstens nicht dem Deutschen ganz ähn-lich, welches die heutigen Kraftgcnics schreiben. Auch findetman einzelne gute Bemerkungen hicrinnen und ich würde mehrbemerkt haben, wenn ich hätte weniger empfindeln wollen.Endlich für mich hat dieses Büchclchcn die Schönheit, daß cseinen meiner besondcrn Zustande meines Herzens einer ge-