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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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zem bei einem Onkel, dem Amtmann, im selben Ort mit ihm,wo sie sich ungezwungen sehen. Hier findet sich auch Gele-genheit, den Grundton der Dichtung noch einmal in bestimmteWeisen zu fassen. Die Liebenden, der Freund und der Amt-mann sitzen in einer Laube beisammen. Das Gespräch gcricthdurch eine wunderbare Wendung auf die neuen Göthesianer-Empfindlcr. Der Alte hatte so was davon gelesen und ge-hört, sah aber das Ding ganz auf der schiefen Seite an.Mich ärgcrt's, schreibt Abelard, daß man über die Empfin-dungen und Gefühle Andrer urthcilcn will, ohne ihren Werth,ihre Beschaffenheit noch selbst empfunden zu haben. Werlästert am meisten den Goethe? Nur der, der ihm nicht nach-sühlcn kann, nur der Kalte. Noch nie Hab' ich einen Jüng-ling gekannt, der Sinnes- und Gcfühlkraft genug hatte, miteinem Goethe zu sympathisieren, welcher auf ihn geschimpft,oder ihn bchohnlächclt hätte. Aber wohl ausgcdörrte Pedan-ten, alte Knasterbärte genug, die seinen Namen entehrten.Aber Manche übertrciben'S im Empfinden."Wo ist aber,versetzt' ich, die Grenze gezeichnet, wie weit man empfindensoll. Ist nicht Alles relativ? Der viel, der wenig jedernach seinen individuellen Kräften und Anlagen dazu. Und ichwill's lieber übertreiben, lieber mich ganz Hinreißen lassenvon der Menschheit edlen Gefühlen, als kalt wie ein Steinsein, Mitleidsthräncn weglächeln. Andere im quälenden Jam-mer mit hölzernem Herzen, dürrem Gehirn, trocknen Augensehen. Jesus weinte manche menschenfreundliche Thräne beimGrabe eines Lazarus o! es regte sich in ihm menschlichesGefühl, die Saiten seines Herzens tönten den Klagen derUnglücklichen in einem solchen Einklang zu, daß cs Schandefür uns wäre-Ich wollte fortfahrcn, als der Alte so