ken, Unvollkommenheiten. Nun darf sich's blos diese Unvoll-kommenheiten wegdcnken, so hat's das höhere Ideal. Dießist unser Begriff von Gott. Wir denken, das nicht einge-schränkt ist, das Alles kann, weiß, was wir nicht können;mehr brauchen wir nicht. Aber bei einem höheren Wesen alsder Mensch würde eine solche Vorstellung Gott entehren — jacs würde Abgötterei begehen. Jedes Geschöpf muß sich sei-nen Schöpfer in Allem als das Oberste, Vollkommenste den-ken. Allein nur eben dies, Geschöpf. Das Geschöpf, das un-ter diesem ist, wird seine Gottheit mit weniger Vorzügen be-legen: aber cs wird deswegen auch nicht sündigen. Das überBeide erhabene Geschöpf wird seinen Schöpfer größer denken:aber eben, weil cs kann. — Wenn wir sagen: Gott kannAlles, weiß Alles n. s. w., so beweist dieß nicht, daß wirden Begriff von Gott erschöpfen. Denn dieß „Alles" istnur ein dunkler Begriff. Lösen wir ihn ans, so sehen wir,wir verstehen unter dem Alles —- dem Begreifen nach, nichtnach den Worten, denn viele Worte sind für uns sinnlos —-nur das, was Wir nicht können, ob es gleich endliche Wesennoch können. — — Das Vergnügen, das uns das Denkenan Gottes Unendlichkeit verschafft, entsteht daher, weil wirnnS Vollkommenheiten vorstellen ec. Und je größere Kraftein Wesen znm Denken besitzt, desto mehr Vergnügen mußihm das Verstellen der Unendlichkeit Gottes erwecken, das indem Maße das Vergnügen des Andern davon übertrifft, inwelchem er seine Denkkräfte übcrtrifft. Niemand kann sich da-her Gott unendlich verstellen, als Er selbst. Und eben da-her muß auch er unendliches Vergnügen schöpfen. — Gottkann sich auch kein größeres Wesen als sich selbst denken; denner hat alle Vollkommenheiten und keine Mängel, woraus er,
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