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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
108
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Arten von Sinnen können ihm keinen anscheinenden Begriff vonGottes Unendlichkeit geben. Alle Kräfte und Wirkungen inder Welt, wovon er den Begriff von Unendlichkeit abstrahirenkönnte, sind endlich. Seine inneren Sinne können ihm auch keineIdee davon geben denn sic sind endlich. Ferner, um sichGott in seiner Unendlichkeit verstellen zu können, müßte inanunendliche Kräfte haben und dich hieße selbst unendlich sein.Eine jede Kraft muß zur Wirkung ihr bestimmtes Vcrhält-niß haben und diese kann nie größer sein als jene, aberwohl umgekehrt. Unsre Vorstellungskraft nun steht in einemVerhältniß mit der Menge, Größe der Dinge, die vorgestelltwerden- ihr ist hier eine gewisse Grenze gesetzt. Eben Ließfindet beim Begriffe von Gott statt. Wir können uns über-haupt nichts denken, was keine Schranken hat. Niemand kannsich die Ewigkeit verstellen. Also sind Unendlichkeit Gottes,Ewigkeit re. bei uns mehr Wort als Gedanke.Könnenwir unS aber Gott gar nicht verstellen?" Ja, wir könncn's.Nämlich, um uns einen Begriff von ihm zu machen, nehmenwir alle geistige Vollkommenheiten, die wir nur an uns ken-nen, zusammen und drängen sic in einem Bilde zusammen und dieß nennen wir den Begriff von Gott. Es kannsein, daß das Wesen, das nach unseren Begriffen Gott ist,ein eingeschränktes, aber höheres Wesen ist als wir. Und jehöher ein Geist ist, ein desto größeres, dem Urbild sich nä-herndes Bild sich sage nichterreichendes") kann er sich vonihm machen aber erreicht wird's nie.

Das Vermögen haben wir, uns größere Wesen als wirzu denken, weil wir eingeschränkt sind. Ein eingeschränktesWesen kann sich ein höheres und minder beschränktes Wesendenken. Die Ursache ist: cs hat Mängel, Jrrthümer, Schran-