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Religion auf den Stühcn'sast aller Wissenschaften ruhen sähe?'Würde er nicht Gott danken, der in seiner besten Welt jedesBöse zum Vortheilc des Ganzen ausschlagcn läßt? Getrost kannder Theolog mehre Einwürse erwarten, denn auch ein Leffing-scher Fragmentist hat seinen Widersacher gefunden.
Aus diesem scheint mir der Nutzen der Neuerungen in derTheologie unwidcrsprechlich zu erhellen."
Außer seinen Schulstunden und Schularbeiten beschäftigtesich Richter auf eine Weise, in der sich sein Schriftsteller-Beruf, swenn auch ihm noch ganz unbewußt, doch mit Ent-schiedenheit ankündigte und mit der er den Grund legte eben-sowohl zu seinem umfangreichen Wissen und seiner bewun-dernswürdigen Belesenheit, als zu dem ganz unvergleichlichenRcichthum seiner Gedanken. Er legte sich eine eigenhändigeBibliothek an, und zwar eine doppelte. Zuerst machte er sichaus allen Schriften, die er las, und deren Inhalt ihm wich-tig schien, vollständige Auszüge und trug sie sorgfältig inwohlgesügte Hefte, die er, wenn sie die voraus bestimmteStärke von 25 Bogen erreicht hatten, abschloß und mit einemdoppelten Register, erstlich der exzerpierten Schriften, dann derexzerpierten Gegenstände versah. Schon in Schwarzenbach ander Saale als fünfzehnjähriger Knabe hatte er diese Arbeitbegonnen, und bereits im I. 1778 zwei solcher Quartantenmit 232 und 284 engzciligcn Seiten vollgeschrieben. Nocheinen solchen Band schrieb er zu Anfang 1779 in Schwar-zenbach und zwei in Hof, im I. 1780 fünf dergleichen u. s. f.mit unermüdlichem treuen Eifer. Er hat auch diese Methode,das Gelesene dem Gedächtnis! stets zugänglich zu erhalten,sein ganzes Leben hindurch, wenn auch später in abkürzcnder