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ausgebcn, die dieser mit aller Zuversicht ohne Bedenken an-ninimt. Jener wird jeden Redlichen, der seine Religion nichthat, in die unterste Hölle verdammen, dieser wird vom Schick-sal des Heiden nach dem Tode mit Zurückhaltung sprechen —ist das nicht Fortschritt der Theologie? Noch mehr muß die-ses erhellen, wenn man einen protestantischen Priester gleichnach der Reformation gegen einem aus unsern Zeiten stellt;jener wird mit aller Heftigkeit in Schriftstellen Beweise fürdiese oder jene Lehre finden, wo dieser, durch bessere Kritikund Exegese belehrt, nichts sieht -— jener intoleranter, diesertoleranter handeln! Wer will hier den Fortschritt der Theo-logie, den großen Fortschritt, der in wenig Jahren geschah, ver-kennen? Und ist sie dieses nicht mehr fähig? sind die Quellen,woraus der Thcolog schöpft, versiegt und ausgetrocknct? Exe-gese — wer wird wohl behaupten, daß diese zu Lnther's Zei-ten ebenso blühte wie jetzt? Hatte man dazumal alle die Hülfs-mittel, die dazu erfordert werden — Kcnntniß von den Ge-bräuchen der Morgenländer, des Genius der griechischen undhebräischen Sprache im A. und N. Testament? lebte zu jenerZeit ein Michaelis, Tychsen, Semler, Teller, Griesbach? Undeben diese Männer gestehen aufrichtig, daß noch Vieles dunkelist — noch tausend Stellen mehr Berichtigung brauchen, diedem künftigen Kritiker bleiben — noch Stellen, die sogar wich-tige Artikel betreffen. Die zweite Quelle, die theologischeKenntniß zu befördern, ist die Philosophie. O, wer wollte eswagen, von dieser zu behaupten, sie sei, auch in dem was dieTheologie betrifft, zu ihrer Vollkommenheit gebracht? Niewird der menschliche Verstand die Tiefen der Philosophie, be-sonders wo sic mit der Theologie zusammcngrenzt, durchschauenkönnen. Also die zwei Quellen für den Theologen sind noch