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cin Gedächtnißmal der Freundschaft sind, an welche sonst andereProzesse eben nicht erinnern. Nämlich ich und Adam von Oer-thel aus Hof waren Gymnasium-, Uuivcrsitäts- und Jugend-freunde — und sind's nach so vielen Jahren noch, hoffe ich, ob-gleich einer von uns schon lange gestorben ist. Der kränkliche,aber reiche Jüngling macht von dem Buche des kerngesunden,aber armen Freundes in seinen von akademischen Arbeiten über-ladenen Vormittcrnächten eine Abschrift für den Druck, weilder Verfasser, wie jeder angehende, ungeachtet seiner nettenHand, in Aengstcn stand, er schreibe nicht leserlich genug fürden Setzer, indcß cin alter Autor immer umgekehrt Voraus-sicht, er schmiere lesbar für Jeden. Was wäre denn aber aneiner Million Druckfehler gelegen gewesen? — Jetzo wundereich mich nur über mein Einwilligen in cin so langes Auf-opfern. — Aber cs war eben die Zeit der ersten Freund-schaft; in dieser nimmt man ebenso ohne Berechnung alles an,weil man ebenso ohne Berechnung alles hergiebt. — Du schönstegöttliche Zeit! — Aber nicht ganz bist du in die Ewigkeitentflohen, wohin du gehörst, sondern du hast noch jedem einigeStunden znrückgelasscn! — Und in diesen kann und will ichden Spätfreund so lieben, als wäre er ein Jugendfreund, undan meinen so sehr früh dahin gegangenen Oerthcl denken."
Allen drei Freunden aber vereinigt gelten die Schluß-worte der „Mumien." S. diese Ausgabe ausgcwählter WerkeBd. 2. zu Ende.
Der Hang zu jener auflöseudcn Schwärmerei Richters,die besonders in der Freundschaft mit Oerthcl Wachsthum undNahrung fand, ward mehr als ausgewogen durch ernste Stu-dien, Vorliebe für philosophische Forschungen und das dunkleVorgefühl seiner künftigen Bestimmung als Schriftsteller. Am