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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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cr bald durch cin Ercigniß anderer Art und auf eine ihmgemäßere Weise in das richtige Verhältniß zu seinen Mitschü-lern gehoben werden.

Am Höher Gymnasium bestanden, wie noch jetzt an vielenOrten in Sachsen und Preußen, zur Nebung der Sprache, desScharfsinns und der Bcrcdtsamkeit, Disputicrübungcn zwischenden Schülern unter dem Vorsitz des Rectors, dem in der Re-gel die Entscheidung anheim fiel. Als die Reihe des Oppo-nicrcns Ricbtcrn traf, hatte der Rector cin Thema aus der christ-lichen Dogmatik gewählt. Nun war Richter, theils aus an-geborncr Gcistesrichtung, theils durch den Umgang mit seinenentschieden rationalistischen älter» Freunden in Schwarzenbachund Rchau der Hctcrodoxic zugcwcndct und hatte sich durchseine Privatstudicn eine Fülle von Kenntnissen erworben, vonder Niemand, am wenigsten der Rector etwas wußte und dieer nur in der Disputation, die er nicht als Gymnasialübung,sondern als Herzensangelegenheit führte, als Waffen wider denRcspondcntcn und den Rector und seine heilige und unfehlbareGlaubenslehre in die Hand nahm. Der Erfolg war unerhört.Der Ncspondcnt mit seinen gewöhnlichen Primancrkenntniffcnwar bald zum Schweigen gebracht, aber eben so vergeblich,weil ihm die Mittel fehlten, kämpfte der Präses Rector gegenden jungen durch seine Siege immer muthiger vorwärts schrei-tenden Himmclsstürmer, bis cr in der Verzweiflung zu derMachtvollkommenheit des Gymnasialrectoramtes griff undSchweigen gebot, aber auch ohne alles SchlußceremonicllKatheder und Schnlsaal verließ, worauf Richter von derganzen Classe als Sieger gepriesen und um seines Siegeswillen geachtet wurde. Von der Zeit an erfuhr er keinerleiNeckerei mehr.