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her. Er sagte ihm nehmlich, daß es herkömmliche Sitte undPflicht sei, daß jeder angehende Primaner in der ersten fran-zösischen Stunde dem Sprachmcister die Hand küssen müsse;und als nun, arglos und ehrerbietig, Richter dieser angeblichenPflicht nachkam, und mit den Lippen nach der sich sträu-benden Hand des alten Tapctcnwirkers haschte, und dieser inder Meinung einem neuen und bei einem Ankömmling um soungerechtem und bittrem Hohn ausgesetzt zu sein, mit wüthen-dcn Zornausbrüchcn aus den Unschuldigen los- und mit einemDonner non Flüchen zur Thüre hinausfuhr — da war destriumphierenden Spottgcschrei's der Elaste kein Ende und Maß,und der um seiner Einsicht und Kenntnisse willen so hochge-stellte neue Primaner stand überlistet, verlassen und verlachtunter den Genossen, in denen er Freunde zu finden gehofft.Nur einer von allen schloß sich von dem allgemeinen Freudcn-tumult aus, Christian Otto, und das Saamcukorn einer dasganze Leben durch- und überdauernden Freundschaft ward in je-ner trüben Stunde gelegt. Von Rcinhart aber war Richtergeschieden und blieb cs; wir begegnen ihm erst wieder amEnde, wo das Schicksal ihm aufgegeben, das früh gethane Un-recht auf cigcnthümliche und überraschende Weise zu sühnen.
Inzwischen war Richter nicht so überaus zahm, wie seineMitschüler nach diesem Vorfall voraussetztcn, und ein zweiter Ver-such, seine Gutmüthigkeit zu mißbrauchen, mißlang vollständig.Ein altes Herkommen hatte den untern Primanern die Lastaufgelegt, den Mittlern und obern das Frühstück vom Bäcker-laden zu holen; diesem Herkommen sollte auch Richter unter-worfen werden; aber cs ging nicht; denn — er ging nicht.Hatte er hier durch Entschiedenheit seinen „Hnssiten", wie erdie Angreifer benannte, besondre Achtung cingeflößt, so sollte