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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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rector Rennebaum warm hervorragende Lehrertalente, ob-schon dem crstcrcn ausgebreitete Kenntnisse, namentlich derorientalischen Sprachen, zu Gebote standen; und Richter sahsich sowohl für seine Vorliebe nach philosophischem Wissenganz auf sich und seine bisherigen Studien verwiesen, alsihm auch das historische, für das er ohnehin gleichgültig war,durch einen trocknen, mit ermüdender Langsamkeit fortschrei-tenden Vortrag gänzlich verleidet wurde.

Zu dieser Noth des Geistes kamen nun auch noch cigen-thümliche Leiden des Herzens, unbedeutend und nichtig aller-dings für Tausende, für ein Gcmüth aber, wie das vonRichter, bitter und schmerzhaft. Richter war nach der Anf-nahmsprüsung vom Rector zumobcrn Primaner" erklärt,und nur auf des Vaters Einspruch, der die Mißgunst derMitschüler fürchtete, alsmittlerer Primaner" eingeschriebenworden. Auch dieser Vorzug war unerhört, und weckte beiden übrigen Schülern, die von unten hatten anfangcn müs-sen, die von dem Vater gefürchtete Leidenschaft, die auch umso leichter ihr Opfer erreichte, als dieses frei wie ein Lammvon irgend einer Bosheit, auch nirgend eine voranssetzte.Nun war am Gymnasium ein ehemaliger Tapetcnwirkcr undBücherverleiher als französischer Sprachmeistcr angcstellt underfuhr das solchen Lehrern in der Regel ausgeworfcuc Loosallgemeiner Nichtachtung um so eher, als er nicht nur lä-cherlich und widrig, sondern auch wissenschaftlich und pädago-gisch vollkommen »»befähigt war und das Französische wederrichtig schrieb noch aussprach. Dieser Mann wurde als Misstel erwählt, Richtern eine Niederlage zu bereiten, und der ein-zige Bekannte, den dieser in der Classe hatte. Neinhart(nicht der Maler, sondern sein Bruder) gab sich zum Verrats)