79
Haus zu verlassen, die Brücke zu passircu und geradezu swaSich nie noch gewagt) in das Haus, wo die Geliebte mit ihrerarmen Mutter oben in einem Eckzimmerchcn wohnte, zu mar-schircn und unten in einer Art von Schcnkstnbc cinzudringcn.Ob Katharina aber zufällig da war, und wieder hinauf ging,oder ob sie der Schelm mit seiner Bcdicntenanlagc unter ei-nem Vorwände heruntcrlockte auf die Mitte der Treppe; oderkurz, wie es dahin kam, daß ich sic auf der Mitte fand: dießist mir alles nur zu einer träumerischen Erinnerung zerron-nen; denn eine Plötzlich ausblitzcnde Gegenwart verdunkelt demErinnern alles, was hinter ihr ging. So stürmisch wie einRäuber war ich zuerst der Geber meiner Efigcschcnke, unddann drückt' ich — der ich in Joditz nie in den Himmel desersten Kusses kommen konnte und der nie die geliebte Handberühren durfte — zum erstenmalc ein lauge geliebtes Wesenan Brust und Mund. Weiter müßt' ich auch nichts zu sagen,es war eine Einzigpcrlc von Minute, die nie da war, nie wie-derkam; eine ganze sehnsüchtige Vergangenheit und ein Zu-kunft-Traum war in eine» Augenblick zusammen eingepreßt;— und im Finstern hinter den geschloßnen Augen entfaltetesich das Feuerwerk des Lebens für Einen Blick und war da-hin. Aber ich Hab' cs doch nicht vergessen, das Unvergeßliche.
Ich kehre wie eine Hellseherin aus dem Himmel ans dieErde zurück und bemerke nur, daß diesem zweiten Weihnacht-fest der Ruprecht, da er ihm nicht verlies, nachlicf, und ichnach Hause kehrend schon unterwegs den Boten fand und zuHause stark gescholten wurde über mein Auslaufen. Gewöhn-lich fällt immer noch zu heißen Silberblicken der Glücksonneein solcher Schloßen- und Schlackcnguß. Was that es mir?Die Wortströme konnten mein Paradies nicht ersäufen; denn