einen weiten Topf mit Wasser und Kalk gepflanzt wurde, da-mit sie gerade zur Wcihnachtzcit, wenn die goldnen Früchtean sie gehangen wnrden, schon die rechten grünen Blätter dazutrüge. Es hatte diese Birke (keine Trauer-, sondern eineJubelbirke) das Eigne an sich, daß sie den dunkeln Dezember-weg bis zum Christfest mit Frcndeblumen bestrcuete, nämlichmit ihren hcrvorgenöthigten Blättchen, wovon jedes neue wieein Uhrzeiger auf einen zurückgelegten Tag hinwies, und daßjedes Kind unter diesem Maienbaum des Winters sein Laub-hüttenfcst der Hoffnungen feiern konnte.
Pauls Weihnachtfest selber zu beschreiben, erlassen mirwol gern alle die Zuhörer, welchen in Pauls Werken Gemäldedavon, die ich am wenigsten übertrcffen kann, zu Händen ge-kommen. Blos zwei Zusätze dürsten nachholcnd in die Ge-mälde einzuschiebcn seyn. Wenn Paul nämlich am Weihnacht-morgen vor dem Lichtcrbaum und Lichtcrtischc stand und nundie neue Welt voll Gold und Glanz und Gaben aufgcdeckt vorihm lag, und er Neues und Neues und Reiches fand und be-kam: so war das erste, was in ihm aufstieg, nicht eine Thräne— nämlich der Freude — sondern ein Seufzer — nämlichüber das Leben —; mit einem Worte, schon dem Knaben be-zeichnte der Uebertritt oder Uebcrsprung oder Ueberflug ausdem wogenden spielenden nnabschlichen Meere der Phantasieauf die bcgränzte und begränzende feste Küste sich mit demSeufzer nach einem größeren schöneren Lande. Aber ehe die-ser Seufzer ausgeathmet war und ehe die glückliche Wirklich-keit ihre Kräfte zeigte, suhlte Paul ans Dankbarkeit, daß ersich im höchsten Grade freudig zeigen müsse vor seiner Mut-ter; — und diesen Schein nahm er sofort an, und auf kurzeZeit, weil sogleich darauf die angebrochncn Morgenstraken der