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Die Kuhglockenspiele blieben ihm lange Zeit die Kuhrei-gen der hohen fernen Kindheitalpcn, und noch würde sein al-tes Herzblut wogen und wallen, wenn diese Klange ihm wie-der zngewcht würden; cs sind Töne, würd' er sagen, vonWindharfen hergcspiclt aus weiter, weiter schöner Ferne, undich möchte dabei fast weinen vor Lust. Denn man geselle derLiebe auch nur den kleinsten Ton zu, und wäre die Kuh dieGlöcknerin, so verdoppelt dieser seine orphische Zauber- undBankraft und seine unsichtbaren Wogen wiegen und führendas Herz ins Ewige hin, und er weiß nicht, ist er zu Hanseoder in der Ferne, und der Mensch weint froh, zugleich überHaben und Entbehren.
Und in dieser Brennweite der Liebe blieb Angustinc ge-gen Paul; und er erlebte in Jahren nie eine Zeit, ihr nurdie Hand zu drücken. An einen Kuß wollen wir gar nichtdenken. Schon wenn er zuweilen einem nicht schönen Dienst-mädchen seiner Eltern, das er nicht einmal liebte, verschämtund heftig an den Mund flog, brauseten in dem Kusse Seeleund Körper unbewußt und schuldlos mit einander auf; abervollends der Mund einer Geliebten, welche gerade in derSonnenferne auf die geistigste innigste Liebe am wärmstenherabschicn, hätte ihn in heißen Himmeln eingetaucht und ihndarein in einen glühenden Aether zerlassen und verflüchtigt.Und doch wollte ich, er wäre schon in Joditz ein oder einPaarmalc verflüchtigt geworden. — Als er oder vielmehr seinAuge in seinem dreizehnten Jahre zwei Meilen weit von derGeliebten vertrieben war, da sein Vater eine reichere Pfarreibekommen: so packte er einem jungen Schneider aus Joditz,den der Vater aus Liebe gegen sein liebes geräumtes Dörf-chen mitgenommen und mehre Wochen im neuen großen Pfarr-