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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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Phantasie überstürzte. Wie aber ist nun vom Erzieher dertragischen Ucbermacht der geistcrrusendcn Phantasie zu wehren?Nicht durch Widerlegen und durch Bicstersche und WagnerscheAuslösungen des Ungeheuern ins Alltägliche denn die Mög-lichkeit der unausgelöseten Ausnahmen bleibt ja scstgehaltenvom tiefsten Gefühl sondern eines Theils durch prosaischesVorführen und Einquarticren, Angcwöhncn an Orte und Zei-ten, welche sonst die Phantasie zu ihrem Zauberrauche anzün-dctcn, und andern Theils dadurch, daß man die Phantasieselber gegen die Phantasie bewaffnet, und den Geistern denGeist gegenüber stellt, dem Teufel Gott.

Sogar am Tage befiel mich bei einer besondern Gelegen-heit zuweilen die Gcspenstcrschcu. Ehe bei einem Begräbnißder Lcichcnzug mit Pfarrer, Schulmeister und Kindern undKreuz und mir von der Pfarrwohnung an bei der Kirche vor-über zu dem Kirchhof neben dem Dorfe sich mit seinem Sing-geschrei hinausbcwegte, mußte ich die Bibel meines Vatersdurch die Kirche in die Sakristei tragen. Erträglich und herz-haft genug ging cs im Galopp durch die düstere stumm lau-schende Kirche in die enge Sakristei hinein; aber wer vonunsschildert sich die bebenden gransendcn Fluchtsprünge vor deruachstürzcnden Geisterwelt ans dem Nacken und das grausigeHerausschießcn aus dem Kirchenthorc? Und wenn einer sieschildert: wer lacht nicht? Jndeß übernahm ich jedesmaldas Trägeramt ohne Widerrede und behielt mein Entsetzenstill bei mir.

Wir kommen jetzo in eine größere Jdyllenzcit, in denJoditzer Frühling und Sommer. Beide Jahrzeiten fallen ausGründen in Eine Idylle zusammen, zumal auf dem Lande.Eigentlich wohnt der Frühling nur im Herzen, außen ans dem