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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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eingesponncn von Geisterraupcn. So litt ich nächtlich hulfloszwei Stunden lang, bis endlich mein Vater Heraufkain undgleich einer Morgcnsonnc Gespenster wie Träume verjagte.Am andern Morgen war die geisterhafte Angst rein vergessenwie träumerische; obgleich beide Abends wieder erschienen.Jedoch Hab' ich niemand anderem etwas davon gesagt als der Welt heute.

Diese Gcisterschcu wurde allerdings durch meinen Vaterselbst erzeugt nicht sowol als ernährt. Er verschonteuns nicht mit Einer von allen Geistcrcrschcinnngen und Gei-stcrspiclen, wovon er gehört, ja selber einige erfahren zu ha-ben glaubte; aber er verband, wie die alten Theologen, zu-gleich mit dem festen Glauben daran den festen Mnth davor,und Christus oder das Kreuz war ihm Schild gegen dasGeisterall. Manches Kind voll Körpcrfurcht zeigt gleichwolGeistermuth, aber blos aus Mangel an Phantasie*); ein an-deres hingegen wie ich bebt vor der unsichtbaren Welt,weil die Phantasie sie sichtbar macht und gestaltet, und er-mannt sich leicht vor der sichtbaren, weil diese die Tiefen undGrößen der unsichtbaren nie erreicht. So machte mich eineauch schnelle körperliche Gefahrerschcinung z. B. ein hcr-reuncndeS Pferd, ein Donnerschlag, Krieg, ein Fcuerlärmnur ruhig und gefaßt, weil ich nur mit der Phantasie, nichtmit den Sinnen fürchte; und sogar eine Geistergestalt würde,hätt' ich nur das erste Schaudern überlebt, mir sogleich zueinem gemeinen Körper des Lebens gerinnen, sobald sie nichtwieder durch Mienen und Laute mich ins endlose Reich der

*) Manchen Prosescelen sollte man ein Bischen Geisterfurcht ausReligion und Poesie cinimpfcn oder lassen.