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meiner Phantasicen, welche gewiß freier waren als irgend kühnein ganz Europa, schon darum, weil ich keine Note kannte undkeinen Griff und gar nichts; denn mein so klavicrfcrtigcr Va-ter wies mir keine Taste und Note.
Aber wenn ich doch zuweilen — wie gute neue Tonsetzerfür Seil- und Hcxcntänze und Finger aus Klaviersaiten —eine kurze Melodie und Harmonie von drei bis sechs Saitenaufgriff: so war ich ein seliger Mann und wiederholte denFingerfund so unaufhörlich, wie jeder gute neuere deutscheDichter einen Gehirufund, womit er den ersten Beifall erwor-ben; weil er freundlicher handelnd als Heliogabalus, der denKoch einer schlechten Brühe so lange zum Fortcffcn dersel-ben vcrurthcilte, bis er eine bessere ausgcforscht, umgekehrtdie Lcscwelt vielmehr mit einer trefflichen Brühe viele Leip-ziger Messen hindurch bewirthct, bis sie so abgestanden schmecktwie die schlechte des kaiserlichen Kochs.
In der künftigen Kulturgeschichte unseres Helden wird cszweifelhaft werden, ob er nicht vielleicht mehr der Philosophieals der Dichtkunst zugeboren war. In frühester Zeit war dasWort Weltweisheit — jedoch auch ein zweites Wort Morgen-land — mir wie eine offne Himmelpforte, durch welche ichhinein sah in lange lange Frcudengartcn. Nie vergeh' ich dienoch keinem Menschen erzählte Erscheinung in mir, wo ich beider Geburt meines Selbbcwußtseyns stand, von der ich Ortund Zeit anzugebcn weiß. An einem Vormittag stand ich alsein sehr junges Kind unter der Hausthüre und sah links nachder Holzlcge, als auf einmal das innere Gesicht, ich bin einIch, wie ein Blitzstral vom Himmel vor mich fuhr, und seit-dem leuchtend stehen blieb: da hatte mein Ich zum erstenmalesich selber gesehen und aus ewig. Täuschungen des Erinncrus