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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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durch Erziehen und Verziehen gewonnen, und der durch beidesin Verbindung mit Lektüre (nur eine größere Er- und Vcr-zichanstalt) wirklich das geworden, was er eben ist, ein hild-burghäuflschcr Gcsandtschaftrath, ein Heidelberger Doktor derPhilosophie und nachher ein dreifaches Mitglied verschiedenerGesellschaften und gegenwärtiger unwürdiger Besitzer diesesselbcr-historischen Profcssorats.

Lasse sich doch kein Dichter in einer Hauptstadt gebärenund erziehen, sondern wo möglich in einem Dorfe, höchstensin einem Städtchen. Die Ueberfülle und die Uebcrreizc einer-großen Stadt sind für die erregbare schwache Kindscele einEssen an einem Nachtisch und Trinken gebrannter Wasser undBaden in Glühwein. Das Leben erschöpft sich an ihm in derKnabcnzeit und er hat nun nach dem Größten nichts mehr zuwünschen als höchstens das Kleinere, die Dorfschaften. Mangewinnt und crräth aber nicht so viel, wenn man aus derStadt ins Dorf kommt, als umgekehrt aus Joditz nach Hof.Denk' ich vollends an das Wichtigste für den Dichter, an dasLieben: so muß er in der Stadt um den warmen Erdgürtelseiner elterlichen Freunde und Bekanntschaften die größerenkalten Wende- und Eis-Zonen der ungeliebten Menschen zie-hen, welche ihm unbekannt begegnen und für die er sich sowenig liebend entflammen oder erwärmen kann als ein Schiff-volk, das vor einem andern fremden Schiffvolk begegnend vor-übersegelt. Aber im Dorfe liebt man das ganze Dorf undkein Säugling wird da begraben, ohne daß jeder dessen Na-men und Krankheit und Trauer weiß; Joditzer haben sich allein einander hineingcwohnt und hincingewöhnt; und diesesherrliche Theilnehmcn an jedem, der wie ein Mensch anssicht,welches daher sogar aus den Fremden und den Bettler über-