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Ein gewöhnliches Schloß nnd Pfarrhaus möchten das Bedeu-tendste von Gebäuden da seyn. Die Umgegend ist nicht überzweimal größer als das Dörfchen, wenn man nicht steigt. —Und doch ist das Dorf für einen Professor der eigenen Ge-schichte noch wichtiger als die Stadt der Geburt, weil er inihm das wichtigste, nämlich die Knabcnolympiaden, verlebt.
Niemals könnt' ich den 19 Städten, die sich (nach Sui-das) um die Ehre, homerische Geburtörter zu seyn, zankten,meine Stimme geben, eben so wenig als den verschiedenenholländischen Ortschaften, die (nach Bayle) sämmtlich den Eras-mus geboren haben wollten. — Was kann denn am erstenTage nach neun Monaten, oder vor neun Monaten gele-gen seyn?
Sogar am Orte des Grabes könnten Einwohner mehrAntheil des Verdienstes — auch Tadels — haben als an demOrte der Wiege. Obgleich im Ganzen sogar viele Fürstenin Residenzstädten geboren werden: so rühmen sich doch Lon-don, Paris, Berlin und Wien nicht damit; sonst müßten sichim umgekehrten Verhältnisse alle die Städte und Dörfer schä-men, wo große Spitzbuben geboren worden. Höchstens Ge-burtländer möchten die^Ehre der Geburtörter sich aumaßcndürfen, wenn in ihnen durch die Mehrheit guter Geburtenetwas für ihren Himmelstrich und die Bewohner desselben ent-schieden wird; aber Ein Pindar in Böotien macht ans diesemnoch keinen Schwalbensommer.
Aber die eigentliche Gcbnrtstadt, und zwar die geistige,ist der erste und längste Erziehort; und wenn sogar schon fürgroße weltberühmte Männer, welche Erziehung selten brau-chen, und selten gebrauchen; wie vielmehr aber für Dorf-undStadtberühmte Mittel-Männer, wie mein Heid ist, der so viel