auf sie kommen sah. Mein Vater hieß Johann ChristianChristoph Richter, und war Terzius »nd Organist in Won-sietel; meine Mutter, die Tochter des Tuchmacher JohannPaul Kuhn in Hof, hieß Sophia Rosina. Am Tage nacb derGekurt ward' ich vom Senior Apel getauft. Der eine TaiU-pathc war gedachter Johann Paul; der andere Johann Frie-dcrich Thicme, ein Buchbinder, der damals nicht wußte, wel-chem Mäzen seines Handwerks er seinen Namen verlieh; daherdenn der von beiden zusammengeschoßne Name Johann PaulFriedrich entstand, dessen großväterliche Hälfte ich ins franzö-sische llloan ?nul) übertragen und dadurch zu einem ganzenNamen kann Ua»l erhoben, aus Gründen, welche in späterenVorlesungen dieses Winterhalbjahres vollständig angegebenwerden sollen.
Aber jetzo mag der Held und Gegenstand dieser histori-schen Vorlesungen unbesehen in der Wiege und an der Muttcr-brust so lange liegen und schlafen — da doch dem langenMorgenschlas des Lebens Nichts für allgemein-welthistorischesInteresse abzuhörcn ist — so lange, sag' ich, bis ich von de-nen gesprochen, wenn auch nicht viel und genug, nach welchenmein Herz sich und die Feder hindrängt, von meinen Vorvcr-wandten, von Vater, Mutter und Großeltern.
Mein Vater war der Sohn des Rektor Johann Richterin Neustadt am Culm. Man weiß nichts von diesem, als daßer im höchsten Grade arm und fromm war. Kommt einervon seinen zwei noch übrigen Enkeln nach Neustadt, so em-pfangen ihn die Ncustädter mit dankbarer Freude und Liebe;alte erzählen, wie gewissenhaft und strenge sein Leben undsein Unterricht gewesen, und doch, wie heiter! Noch zeigt manin Neustadt ein Bänkchen hinter der Orgel, wo er jeden Sonn-