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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
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Anfangs trugen nur wenige Jünger das Jcsuswort durch diedamals bekannter« Gegenden Asiens, Europas, Afrika's. Jedergab es, wie er cs den dem zeitlichen Meister empfangen, undsprach von ihm nach Maß eigner Begeisterung, Ansicht, Bildung,und Gcmüthswcise; oder mit Rücksicht ans Ucbnngcn, DenkartenVornrtbeilc der vcrschiednen Nationen. Sie mußten Allen Allerleiwerden, um Biele zn gewinnen*). Die bildliche Sprache desOrients, der jüdische Aberglaube, oder die mosaische Offenbarungund deren rabbinischc Auslegung wäre dem Römer, dem wissen-schaftlich gebildeten Griechen Fremdes gewesen. So entstandeneben dadurch, unter den ersten Christen schon, unvermeidliche Miß-verständnisse und abweichende Borstellnngsarten über die Persön-lichkeit des Urhebers der Wcltreligion. Der Eine sprach: Ich binPaulisch; der Andre: ich bin Apollisch; der Dritte: ich bin Ke-phisch: der Vierte: ich bi» Christisch! **) Und die Spaltungendauerten fort. Spricht man doch heut auch noch: Ich bin Grie-chisch; ich bin Römisch-katholisch; ich bin Lutherisch; ich bin Rc-sormirt, oder Pietist, Mctbodist, Mennonit n. s. w. Aber dasLicht der göttlichen Urwahrheit, wie cs Jesus ins Reich der Gei-ster gebracht, leuchtete im Innern aller Hüllen, Sekten undKirchen, mit denen es menschlicher Witz, oder menschliche Un-wissenheit, umgab. Es leuchtete, wohin cs, selbst von einzelnenKriegern, welche den römischen Adlern folgten, getragen wordenwar, vom Jordan bis zn den Pyrenäen und znm Indus; von Ae-gppten bis ins schottische Gcbirg.

Dann erst, als die Funken überall still glommen, riß einSturm der Verhängnisse Völkcrhordcn ans uralten dunkeln Wohn-sitzen und schleuderte sic, wie Spreu, durch einander: und die

*) 1. Kor. S, 20 22.

') 1. Kor. 1, 12.