Kap. I. §. ;o, 51.
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Nachlässigkeit einzelner Herren, besonders Geistlicher, binnenJahr und Tag unterlassene Vindication in die Städte geflo-hener Leibeigener, der Bauernkrieg, der ja nicht so sehr umdie persönliche Freiheit, als um die sachlichen Verhältnissegeführt ward, u.s. w,
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Nehmen wir jene Hypothese ursprünglicher mchrhunders-,jähriger Knechtschaft des Bauernstandes an, so muß cs unsgleich als unbegreiflich auffallcn, wie ein solcher Zustandhabe entstehen, und, wie fortdauern könmn. DeutschlandsVolk liebte die Freiheit und haßte jede Unterdrückung undwar kräftig genug, sic abzuwehrcn. Eine Ueberwucht phy-sischer Macht wäre ja bei den Knechten gewesen, wenn dieseder Bauernstand gewesen, wie kann man denken, daß diese,in solcher Ueberzahl dastehend, sich solche Behandlung hättengefallen lassen? Freilich liegt eine große geheime Kraft indein Staatsorganismus, die die physische Kraft bindet, aberdann muß auch der Staatsverband auf gerechten Grundlagenruhen, was bei solch einer Knechtschaft gewiß nicht der Fall-
Wie! der Bauernstand sollte Knecht gewesen scyn, dadieser doch eben die Heere der Nation bildete ? Die Bauern-Hofs-Besitzer waren der Heerbann, und kein Unfreier konnteim Heerbann dienen, also waren auch nothwendig die Bauernfrei. Woher sollten sonst auch die großen Heere kommen,die Deutschland aufbot, wenn sein Bauernstand unfrei, folg-lich Kriegsunfähig gewesen wäre? Oie Capitularicn Carlsdes Großen, so wie aste übrigen geschichtlichen Denkmale lassendaran nicht zweifelen, daß die Bauern, gemeine Eh re genießend,den Heerbann bildeten. Die Geschichte des Mittelalters zeigtes, wie der Heerbann, und mit ihm die Freiheit der Weh-ren, allmählig gesprengt worden. An Kirchen und Grafenund andere Hohe ergaben sich die Wehren, um als ihreHörige die aufgetragencn Güter zurückzucrhaltcn. Alle Ar-chiv-Sammlungen sind voll solcher wie man
die Ergebungen nannte. Man wird es uns nicht zumuthen,