Vorrede.
Auf das Jager- und Hirtcnlcben der Völker folgt derAckerbau, und mit ihm befestigt sich Bildung und Gesir-tigung.
Nach der heiligen Sage ist der Mensch der Erde ent-nommen. Kann cs uns Wunder nehmen, daß er sich erd-verwandt fühlt, daß ein gewisser magnetischer Zug ihn zuder mütterlichen Erde führt, trotz des unsterblichen Odems,den der Ewige dem Erdenkloß eingchaucht?
Noch unentschieden ist der Streit, ob man die Götterder Erde Könige der Lander oder der Völker nennensolle. Napoleon war ein e/e.r p,'e
der Nation geschichtlich hervorgegangenen Könige nanntenund nennen sich /tor Wenn aber das Volk
selbst erst durch den Boden zu Gcsittignng, dauernder Ver-einigung und Namen kommt, so möchte man sich wohl zuder Terminologie der alten Schule bekennen, die hier demErdhaften das Ucbcrgewicht gibt.
Wir dürfen sonach den Staat betrachten als einsegnenddie Ehe des Menschen mit der Erde, ja er ist selbst dieseEhe.
Ehe ist Einheit, Verschmelzung zweier Eigentbümlich-keitcn, hervorbringend eine neue dritte gemeinschaftliche Ei-genthümlichkeit, welche eben ist die Einheit. So ist dennauch das Volk eins mit dem Lande, das Land mit demVolke. Das Volk ist dem Boden dienstbar geworden, esist sein eigen; der Boden ist dem Volke eigen geworden, ,cSbeherrscht ihn, und die Geschichte verbindet sic. —
So der Staat, so die Einzelnen. Diese haben immerdas Streben, der Allodc sich zu verbinden, die sie beherr-