reichen vorliegen, dafs bereits wefentlich veränderte Texte des Methodiusverbreitet waren. Dazu kommt nachmals die vielfache Verfetzung diefesdürren Baumes in andre Gegenden, Deutfchland wie Ungarn etc.; wärenddie Stätte für das Kreuz, ob dort vorausgefetzt oder neu aufgerichtet,ohne Schwanken Golgatha, refp. für die Abdication der Oelberg oder dieheil. Stadt felbft bleibt (vgl. eine intereflante Stelle in Petrus Comeftor[Mi. S. 1. 198, 1722], wonach das im umbilico gentium wohnende Volkdas Kreuz zum fpecififchen Zeichen hat, wärend Rom die Oelquelle, derOrient den Stern, die Juden den Engel haben, der aus dem Teiche Bethesdadas Kreuz heraufgebracht hat).
Ohne und vor Methodius weifs man nichts von der fpecififchenBedeutung jener Abdication. Die Sagen von der Verpflanzung des Para-diefesholzes hier- und dorthin dagegen gehen in die ältefte chriftl. Zeitzurück (vgl. obenan C. Schröder, van dem Holte des hilligen Cruzes.Erlangen 1869); doch find von durchgreifenden Einwirkungen auf dasAbendland namentlich in der Poefie vor dem 12. und 13. Jahrh. nichtviel Spuren nachzuweifen (vgl. bef. A. Muffavia, Sulla legenda dellegno della croce in den Sitzungsberichten der Wiener Akad., hiftor.-philol. Claffe 1870. Bd. 63. S. 165 ff.). — Vor Allem aber ift nicht zuüberfelien, wie die eigentliche Gefchichtstradition daneben ihre ganzfelbftändigen Wege geht. Für die Beziehungen des Kaifertums zumKreuz hoffen wir dies fowol an der Conftantinfage mit ihren Nach-wirkungen als namentlich an der Herakliusfage unzweifelhaft zu erweifen.Da fehlt überall jede Spur der Ideenverbindung mit dem „dürren Baum“,und flatt der Verknüpfung der Sagen mit den Paradiefesanfängen desLebens herrfcht vielmehr die Beziehung auf die Zukunfterfcheinung desKreuzes am Himmel vor, als Zeichen des Weltfieges mit Chrifti Wie-derkunft. — Andererfeits knüpfen die Gefchichtsbeziehungen betreffs desHebronbaumes, unzweifelhaft an die tatfächliche Verehrung diefer Stättein Formen, die diefen fogar für Heiden als uralte Opferflätte erfcheinenlaffen. Zeugnis dafür ift zuerft das Intereffe des Abendlandes an demerften durch Beda verbreiteten Pilgerbericht des Bifchofs Arculf überden Hebronbaum, und entfprechende Pilgerberichte fetzen fich bis indas 15. Jahrh. fort. Sicher ift es auch derfelbe Baum, der noch im12. Jahrh. wieder eine fo merkwürdige Rolle in den franzöfifchen Ge-fandtfchaftsberichten aus Conftantinopel fpielt. Vgl. mit der Ueberfichtin meinem Stuttgarter Vortrag S. 10 den höchft inftructiven Artikel vonWächter in Erfch u. Gruber, Encykl. Bd. 49. und Reinhold Röhricht,Beiträge z. Gefch. der Kreuzzüge 1. Berlin 1874. S. in f. — Endlichkönnte nur durch Ungenauigkeit das Aufhängen des Schildes identificiert