der fpäteren Welfchlandsfarten des letzteren, fondernnamentlich feit dem bevorflehenden Kreuzzug als eigent-licher Reichsverwefer in Frage kam. Wir haben fpäter einEnglifches Antichriilfpiel des 14. refp. 15. Jahrhunderts mitdem unfren eingehender zu vergleichen. Wie flicht gegendie fmnlofe Würdenverteilung an die Könige und die ganzunmotivierte Begegnung derfelben mit dem Antichriflen dortdie durchaus den gefchichtlichen Verhältniffen angepafsteRollenverteilung zu Gunflen unfres Dramas ab! Zu feinernäheren Betrachtung kehren wir zurück nach Erledigung derwichtigften Vorfrage über letzte Quellen der Kaifer- undAntichriflfage.
III.
Die altkirchlichen und die byzantinischen Quellen für dieKaiser- und die Antichristsage,
Die erften Anfänge einer beflimmten Lehranfchauungvom Römifchen Reiche als dem „heiligen“ leiten fich über-haupt von chriftlichen Kirchenlehrern her, und laffen fichdie früheflen Spuren davon bis um 200 hinauf verfolgen.Bei der vielfeitig fchöpferifchen Originalität, die den Afri-kanifchen Kirchenlehrer Tertullian auszeichnet, hegt esauch nicht fern, die Theorie felbftändig von ihm aufgeflelltzu denken 51 ). Von Anfang an wird da auf Grund deffen,was der Apoflel Paulus im zweiten Briefe an die Theffa-lonicher gefchrieben (c. 2, 3 ff.), das Römifche Reich mitder Erfcheinung des Antichriflen am Ende der Welt in dieengfle Beziehung gefetzt. Erfl wenn die letzte grofse Ord-nungs-Macht, als welche das Römifche Reich galt, weg-gefallen fei, werde der Antichrifl feine Macht entfalten
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