3 4
der den Gedanken — und man darf immerhin fagen denideal höchften feiner Zeit — Ausdruck gibt, tut Alles waser an feinem Orte vermag, und wenn dabei, wie wir glauben(S. 22), noch einige verborgene Ironie mit unterläuft, tut ermehr als das. In diefem Sinne, behaupten wir, ift unferDrama der vollendete Ausdruck der im 12. Jahrhundertherrfchenden und durch die vorlaufende Entwicklung be-dingten Zeitideen. Zu ihm wenden wir uns damit zurück.
IV.
Das Drama vom Römischen Kaisertum deutscher Nation,
Das 18. Jahrhundert, in dem durch Pez zuerlt wiederdie Erinnerung an diefes Document deutfcher Gefchichteerweckt wurde, war am wenigften geeignet, feinem hillorifchenWerte gerecht zu werden. Es diente eben die bibliotheka-rifche Raritätenfammlung zu vermehren, auf die der The-faurus diefes Gelehrten angelegt war 132 ). Für die Beteiligungdes allgemeineren Intereffes bedurfte es einer neuen Ent-deckung des mit der Erweckung zugleich wieder begrabenenFundes. Darin befteht das Verdienft des Erlanger Olter-programmes von 1831, indem der Kirchenhiftoriker Engel-hardt eine freilich in den Inhalt des Dramas fo wenig ein-dringende als der Gefchichtszufammenhänge bewufste Skizzie-rung des Planes und Gedankenganges niedergelegt hat.Höheren Wert für die Folgezeit hatten die bibliothekarifchgelehrten Notizen Krabingers über die Handfchrift undden mutmafslichen Verfaffer, die Engelhardt zum Schluffemitteilt 133 ). Trotz der Nähe von München hatte Engel-hardt von dem Manufcripte felbft nie Einficht genommen.Auch der Jenaer Kirchenhiftoriker Hafe, deffen mit ge-