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Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
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Abfatz getrennt, das zwar auch poetifch beginnt (jam ver-nali tempore), aber dann in eine fcurrile Schilderung vonVögel- und Infectenlauten verläuft in dem Schulintereffe, denlateinifchen Ausdruck für dergleichen zu vermitteln einfonft ja nicht ungefchätztes Product mittelalterlicher Schul-gelehrfamkeit. Wer folche Anordnung auf höhere Selblf-verleugnung des Dichters zurückfüren wollte, dem mufs mandie Freude an diefer eignen Tugendfchöpfung überläffen.Im Auge jedes nüchternen Beurteilers wird es als Beweisgelten, dafs eben ein untergeordneter, wenn auch noch fofchreibfertiger Handwerker auch unfre Dichtung nach einemvielleicht einzeln vorhandenen libretto diefer TegernfeerKlolterhandfchrift einverleibt hat 1S3 ).

Und auch dann, wenn es gewifs wäre, dafs ein Tegern-feer Werner der Verfaffer unfres Dramas fein rnüfste, wäreimmer noch die Wal zwifchen mehreren geboten. Zwar eindritter Werner, dem die Ausfchmückung der TegernfeerStiftskirche nachgerümt wird, ilt jedenfalls bedeutend fpäterzu fetzen; aber aufserdem finden fich als Contemperanennoch ein scholasticus und ein camerarius Werner erwänt.Die bisherigen Nachweife überheben aber jeder unnötigenweiteren Mühe, wo alle Vorausfetzungen fehlen für irgendwelche ficheren Schlüffe 131 ).

Viel fchwerer könnte die Frage ins Gewicht zu fallenfcheinen, ob überhaupt von einem Kloftergeiltlichen eineDichtung zu erwarten fei, die dem pater apostolicus eine foausgefprochene Nebenftellung anweift (oben S. 29 f.), undnoch mehr ob unter den Klerikern der Diöcefe, welcher derentfchloffene Anhänger Alexanders III. Eberhard v. Salzburgfeinen Stempel aufgedrückt hatte, ein ebenfo entfchloffenerAnhänger des Kaifertums hätte feine Stimme laut werdenlaffen dürfen. Was freilich Alles, gerade auch auf lite-rarifchem Gebiete, in Klöftern möglich war, das lehren amBellen die carmina Burana, Der Katalog diefer reichften