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durch einen zeitgenöffifchen Chroniilen aufbewart wordenift, erfunden ift er gewifs nicht, und gewifser noch ift derWiederhall des grofsen Eräugniffes in allen frommbegeiflertenSeelen des ganzen deutfchen Volkes. — Als im Jahre 1184die fonnigen Maitage des Pfingftfelies die auf IOOOO undmehr veranfchlagte Feftverfammlung in der Mainzer Flurum den glücklichen Kaifervater vereinigten, der vor den ver-fammelten Fürften und Rittern in nie gefehener Kaiferprachtzwei Söne auf einmal als mündig mit dem Ritterfchwerteumgürtete, gereichten mehr als einem Dichter diefe Ein-drücke zu fchöpferifcher Anregung. Der deutfche Dichterder Eneit aber, Heinrich von Veldecke, der von daherdie Farben zur Schilderung der Hochzeit des Äneas mitDido entlehnte, fang: nach hundert Jahren noch, ja bis anden jüngften Tag werde man fingen und fagen und Wunderverkünden von den Kaiferehren diefes Tages 175 ). — Wiefollen die zweiten und gröfseren Mainzer Oftertage vom Jahre1188 ohne Nachhall geblieben fein in der nationalen Dich-tung! Ob unfer Dichter perfönlich Zeuge gewefen, oder nurwie jener Chronift aus den die deutfchen Lande erfüllendenBerichten und Sagen von diefen grofsen Tagen gefchöpfthat, das tut nichts zur Sache. — Wenn es einen Momentdeutfcher Gefchichte gibt, der die Entftehungunfres Drama’s vom Römifchen Kaifertum deutfcherNation innerlich und allfeitig motiviert, fo iflsder Mainzer Kaifertag von 1188.
Vielleicht fehlt unfrem Drama auch die ausdrücklicheund vom Dichter beabfichtigte Andeutung nicht, dafs dieferReichstag den directen Anlafs zu feiner Conception gegeben.Schon bei einer Zufammenkunft im December 1187 warmit dem Cardinal Albano der Termin für den betreffendenReichstag ins Auge gefafst worden. Man walte den Sonntag„Laetare Jerusalem!“ (den 27. März). Mit den Ein-ladungsfchreiben, die an alle geifllichen und weltlichen
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