Ungam und Byzanz, an den Sultan von Iconium, — baldauch an Saladin felber mit letzter friedlicher Mahnung zurHerausgabe feiner Eroberungen und fpeciell der Kreuzes-reliquie; widrigenfalls er zu gewärtigen habe, dafs „derganze Erdkreis wider ihn zu Felde ziehen werde“ 173 ).— Wer kann zweifeln: das ift der Moment für die Concep-tion unfres Drama’s.
Und felbft der Gedanke demütiger Refignation desKaifertums vor Chrifto, als dem höheren Heerfürer allerKreuzzüge, fehlt diefem einzig grofsen Gefchichtsmomentenicht. Der greife Kaifer felber war in Tränen ausgebrochen,als das Schreiben Gregors VIII. über die Leiden der Chriften-lieit im heil. Lande verlefen wurde, und als dann des BifchofsGottfrid von Würzburg begeifterte Rede die ganze Ver-fammlung in tieffter Bewegung mit fich fortrifs und auf desKaifers Frage an die Fürflen, ob fie es recht fänden, dafsauch er jetzt das Kreuz neme, die ganze Verfammlung mitdem lauten Zurufe antwortete: jetzt, jetzt! — da liefs fichder greife Heldenkaifer vor den Verfammelten und unterden Lobgefängen, die diefe anftimmten, von dem BifchofGotfrid von Strafsburg das Kreuz auf die linke Schulterheften. — Dabei aber war das Bedeutungsvollere vorherfchon gefchehen. Weil es fich an diefem Reichstage nichtnur um politifche Tagesfragen, fondern, wie man obenan beidiefem Kreuzzug fagte, um das Reich des HErrn felberhandelte, fo verweigerte der Kaifer wie fonil denPräfidialftuhl einzunemen 174 ). Chriftus felbft, fo hiefses: halte Reichstag. — So blieb der kaiferliche Tron leeran dem Tage, wo Deutfchlands grofser Heldenkaifer an derSpitze der ganzen Chriftenheit fich erhob, das heil. Grab undKreuz den Händen der Ungläubigen wieder zu entreiffen.Chriflo dem himmlifchen Könige iiberliefs derKaifer feinen Tron.
Wenn diefer Moment höchlter Weihe uns auch nur