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Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
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fucht haben, dafs es nicht unfer Antichriflfpiel fein kann,was diefer im Auge hatte.

Allgemeine Kenntnis von der Eigentümlichkeit der da-maligen Situation darf ja vorausgefetzt werden. Aber imIntereffe des fpeciellen Nachweifes wird es doch unerläffigfein, ein concretes Bild auch von dem Eindruck zu geben,den nachweisbar der unwiderftehliche Siegeslauf Saladins imAbendlande felbft erweckte. Die Poefie jener Zeit obenanhat diefen Eindruck bewaren helfen. Billig behauptet dabeiWalter v. d. Vogelweide den erden Platz unter den Zeugen,und bei ihm grade ifts, als würden directe Klänge unfererAntichriftdichtung laut, wenn er in feinem crucelid (aller-erst lebe ich mir) das heil. Land als einen Kampfpreisbezeichnet, um denKristen, Juden und die heiden imWettkampf liegen. Der Kaifer aber ifts, den er in erfterLinie an Gottes und Chrifti ftatt als derfrönebote zu Hilferuft gegen die Heidenfchaft, die in das heil. Land ein-gebrochen:Hör keiser ich bin frönebote ... ir sint sinvoget 105 )! Die charakteriftifchften Parallelen findet manin den carmina burana. Die Menge der Heiden umgibtJerufalem: Moabiter, Ammoniter und Amalekiter; Alle ge-einigt unter einem jeden Widerftand vor fich niederwerfendenFürer, der aus dem Morgenlande gekommen.Flete omnespopuli! ertönt der Bufsruf im Abendlande; denn GottesGericht bricht jetzt herein, vergleichbar nur dem, das derHeilige fchon einmal über fein Volk und die Stadt Jerufalemverhangen:

judicans e nubibuset de alto coeliarcham testamentiaccensus igne zelitradidisse legiturpopulo crudeli 166 ).

Der Fürft aus Babylon, heifst es in einem andrenLied, hat in Salomos Tempel feinen Tron aufgerichtet;