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finden zu können 160 ): das ifl nicht der Fall; aber wol weilallerdings von daher auf die eine der beiden allegorifchenFiguren unfres Stückes ein erfreuliches Licht fällt. Diefezu den edelften Perlen des Mittelalters gehörige Dichtungliegt noch in dem Münchner Codex Schirensis (IV.) verborgen.Da ich durch die Güte des Herrn Bibliothekar Dr. Halmin den Stand gefetzt war, Einficht von einer bibliothekarifchcontrolierten Abfchrift des Gedichtes zu nehmen, will ichnicht unterlaffen, von dem Inhalte diefer Dichtung wenigftensnach den hervorragenden Momenten zu berichten, ohne dervon einem Münchner Gelehrten beabfichtigten Veröffent-lichung damit irgendwie vorzugreifen 151 ). Gegenftand iflder Ratfchlus der Erlöfung und feine endliche Erfüllung.Die Bemühungen, die ewige Liebe zum Erbarmen zu be-wegen, ruhen auf altkirchlichen, bis auf Athanafius zurück-gehenden Traditionen; erfcheinen aber hier mit Schilder-ungen durchwebt, die lebhaft an das Hohelied erinnern undhie und da nach der Zeitmifchung von weltlicher und geift-licher Minne im 13. Jahrhundert fchmecken. Die Pietas,der feinft gezeichnete Charakter, tritt zuerft als Fürbitterinfür die elend gewordene Menfchheit ein. Von der Ge-rechtigkeit hart abgewiefen, nimmt fie ihre Zuflucht zu denTränen, die den nicht ungertirt laffen können, der es liebt,mit feiner Huld vielmehr den Bitten der Elenden zuvor-zukommen. Die verfchiedenen Disputationen und Offen-barungen werden in demfelben Versmafs von kurzen er-zälenden Referaten durchbrochen. Der Helfer wird alsSprofs von einem in myflifcher Liebe glühenden Connubiumverfprochen. Das erregt den Widerfpruch der Ketzer undheidnifchen Philofophen, die unter Fürung der Vernunft mitihren Diffonanzen den Gefang der das königliche Lager um-gebenden Brautjungfrauen unterbrechen. Die Fides ftreitetwider jene in geharnifchter Waffenrüftung; wärend die Pietasihre Beteiligung an diefem Auctoritätenftreit ablehnt. Sie