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der Perikopenverteilung in ihrer allmählichen Entwicklungverleiten können. Dem Mittelalter wie der alten Kirche wares völlig fremd, den Kirchenjahrfchlufs, fo weit die letztereihn überhaupt vor Advent klar abgrenzte, mit Schriftwortenvom Ende aller Dinge zu feiern. Als letzte Perikope galthöchft willkürlich die vom blutflüffigen Weibe. Erft dieReformation und wahrfcheinlich Luther felbft hat als voll-ftändiges Novum die Anordnung veranlafst, dafs zum Endedes Kirchenjahres von den letzten Dingen gepredigt werdenfoll. So viel irrtümliche Meinungen über unfer Drama ver-breitet gewefen, damit, dafs fchon Pez es als einen luduspaschalis bezeichnet hat, ift unzweifelhaft das Rechte ge-troffen. Nach altkirchlicher und nachweisbar auch mittel-alterlicher Tradition galt die Ofternacht als der Termin, anwelchem der Auferflandene einft auch wiederkommen werde,wie als Correlat dazu in derfelben Nacht feine Höllenfartden Sieg über alle feindlichen Mächte darftellte und fpeciellals vorbereitendes Signal für das Wiedererfcheinen des Eliasund Henoch galt 14ß ).
Zu den beachtenswerteren Eigentümlichkeiten diefergeiftlichen Spiele gehört auch ihre Vorliebe für Stoffe ausden apokryphifchen Evangelien. Fürte doch das geifllicheSchaufpiel felbft eine Art Apokryphenleben neben den nor-malen Gottesdienften und war nicht feiten einer herben ka-nonifchen Kritik unterworfen. Nächft diefer verborgenenWalverwandtfchaft aber zog vielmehr und vor Allem dieHäufung von Wunderftoff an, wie man ihn in den Apo-kryphen vorfand. Auch für die Rolle, die Henoch und Eliasin den letzten Kämpfen fpielen, find ältefte Originale dortzu fuchen. Viel mehr dergleichen aber begegnet uns indem Benedictbeurer Weihnachtsfpiel (f. u.). So gehört eszu den beliebteften Traditionen, dafs die Götzenbilder inEgypten umftürzen, fobald das Kind Jefus die Grenze iiber-fchreitet — was in feiner Wiederholung, nach immer neuen