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feier insbefondere. Eher gälte es betonen, dafs auch darindie morgenländifche Kirche die abendländifche übertraf undin Folge deffen, wie einzelne Spuren vorliegen 144 ), vielleichtauch früher fchon das geiftliche Schaufpiel entwickelt hatals das Abendland. Man darf mit Recht fagen, dafs jedemkatholifchen Mefsgottesdienft die Tendenz zu Grunde liegt,das Leben und Leiden Chrifti in feinen Hauptzügen an-deutend fymbolifch dramatifch vorzufüren; — und felbft dervollfländig und organifch bewarte lutherifche Cultus weift —vielleicht hie und da fogar in reinerer Ausprägung — nochdiefelbe Tendenz auf. Aber verglichen mit dem vollftän-digen Offenbarungsdrama von der Weltfchöpfung bis zurHimmelfart, das der ruffifch-griechifche Gottesdienft in jederKathedralkirche allwöchentlich von der Sonnabendvefperund Sonntagsmatutin bis zum Schluffe des Hauptgottesdienfl.eszur Anfchauung bringt, tritt nach Seite der fymbolifchenDurchfürung und dramatifchen Wirkung alles Andere unver-gleichlich in den Schatten.
Ueberall aber waren es die Fefte, die befonderen Anlafsgaben, das epifch-lyrifche Element chriftlicher Feier in dra-matifcher Vereinigung zu Gefül und Anfchauung zu bringen,und ebenfo begreiflich ift es, dafs dabei Fefte, wie Weih-nachten und Oftern mit Einfchlufs der Paffion andere, wieobenan Pfingften, reichlich überwogen an epifchem Stoff wiean lyrifcher Wirkung. Wie an diefen Feilen eine durch-gefürtere Rollenverteilung, refp. auch fchon directe Schau-ftellung der Vorgänge das geiftliche Schaufpiel unmittelbarvorbereiteten, bedarf ebenfowenig einer neuen Darlegung.Nur einem Irrtum ift dabei zu begegnen. Man hat neuer-dings gemeint, für geiftliche Schaufpiele wie vom jüngftenGericht und damit auch für unfer Antichriftfpiel nach Seitedes Bedürfniffes, das fie angeregt, wie nach Seite der tat-fächlichen Auffürung, die entfprechende Zeit am Ende desKirchenjahres fuchen zu füllen 14r> ). Dazu hat nur Unkenntnis
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