Der trilogifche Grundgedanke wird auch in der Einzel-dispofition mit warer Meiflerfchaft durchgefürt. Als Haupt-einwurf gegen die künftlerifche Vollendung diefes Gedankensliefse fich etwa geltend machen, dafs die Synthefe nur alsVernichtung der Antithefe und ohne pofitive Durchfürungder Gottesherrfchaft, als letzten Factors, eintrete. Aber ehereine höhere Tugend des Dichters als ein Fehler ift darin zufinden. Mit der Synthefe. bricht das Reich der überfinn-lichen himmlifchen Gottesherrfchaft an. Wer nur eine Aderhat von einem echten Dramatiker wird fich daran genügenlaffen, den Moment charakteriftifch und entfprechend zumarkieren; jedes nähere Eingehen in fcenifcher Darftellungaber vermeiden. Dennoch hat Hafe auch das Plötzlichedes Abbruches an unferem Drama gerügt. Wenn das „laudemdicite Deo noftro“, womit nach der Endkataftrofe dieRollenträger zu ihren Sitzen zurückkehren, wirklich als letzteAeufserung aller Handlung und Empfindung gemeint wäre:gewifs mit Recht. Aber dabei wäre vergeffen, was Hafedoch felbft auch anderweit erwänt, dafs bei einem geiftlichenSchaufpiele der Schlufs mit diefem Ende der Handlung garnicht gegeben war. So ganz einem Gottesdienfte gleich oderdoch verwandt wurden diefe Spiele geachtet, dafs wie ge-meinfamer Gefang aller Zuhörer auch fchon wärend desVerlaufes eintreten kann (v. 220), das Ende felbft jedenfallsftets von gottesdienftlicher Feier wieder aufgenommen zu werdenpflegte 13s ). Wer diefe Sitte nicht aus dem Auge verliert,erkennt jene Schlufsworte auch der Faffung nach vielmehrals eine Art Invitatorium zum Beginn diefes Schlufsteiles dergefammten Feftfeier. Gewönlich zog man, wenn die Auf-ftirung im Freien war, zum Schluffe gemeinfam in die Kirche.Aber denke man fich z. B. dafs der Aufforderung in derfpecififchen Form, wie fie hier vorliegt, einTe Deum laudamusaller Verfammelten geanwortet hat, fo wäre nicht leicht eingrofsartigeres und der Idee des Anbruches der himmlifchen
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Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
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