kratie; dämonifch gottesfeindliche Gegenwirkung; himmlifcheAufhebung diefer und Vollendung jener: — in der auf-fteigenden Linie vom Menfchlichen zum Dämonifchen undzum Göttlich-Ueberirdifchen. Wem das grofse Drama dermittelalterlich-theokratifchen Gefchichtsentwicklung dabei klarvor der Seele fleht, erkennt fofort, dafs die alles Reichs-und Kirchenleben jener Zeit beherrfchenden Ideen undMächte hier wie in einem Brennfpiegel zufammengefafst findund wie in einer camera obscura reflectiert vor dem Be-fchauer vorüberziehen. Mit einem grofsartigen Gefchichts-drama haben wirs zu tun, auch wenn nicht die Lebensfarbender unmittelbaren Zeitgefchichte ihm in beherrfchendenGrundzügen wie in einzelnen Feinheiten fo erkennbar auf-gedrückt wären. Kirchlich religiös wurde damals noch Allesbeurteilt. Theologifch mufste ein Weltdrama diefer Anlageausfallen. Selbft Otto v. Freifing legte feiner Chronik dieAuguftinifche Weltanfchauung zu Grunde. Lieblingsideenauch der Zeittheologie bilden das Grundmotiv: — und dochdas Alles mit fo viel Mafs, dafs weder der eigentliche Hand-lungscharakter nach vielbeliebter anderer Zeitweife fich intheoretifche Expofitionen und theologifche Disputationenauflöft, noch von dem gehäuften Material der Zeitvorftellungenirgend etwas zur Verwendung kommt, was nicht fchlechthinder univerfalen Grundlage auf der einen und dem Entwick-lungsfortfchritte auf der andern Seite diente.
Als eine befondere Feinheit der Anlage mufs es er-fcheinen, wie der Dichter den Eindruck zu vermitteln weifs,dafs es fich bei dem Streit der überwiegend politifchenMächte, die den Vordergrund der Handlung ausfüllen, inWarheit und letztlich um einen grofsen Principienftreit reli-gio fer Gegenfätze und Mächte handle. Im Mittelpunkt desVerlaufes gewinnt dies feine volle Ausprägung durch dasAuftreten des Äntichrifls. Gehörte unfer Dichter nur in dieReihe der fchwächlichen Copiflen, die nach Art der oben