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kreis. Schon dadurch erweitert fich der Spielraum für diebyzantinifche Sagenbildung in bedeutfamer Weife. Als dasheil. Land noch dem friedlichen Pilger offen war, vertratdas Griechifche Kaifertum die Schutzmacht, felbfl geheiligtdurch den Befitz des heil. Landes. Unter den „heil. Stätten“erfcheint auch Byzanz neben Jerufalem 71 ). Befafs es dochdie andre Hauptpartikel des „wahren“ Kreuzes neben der,welche die Kaiferin Helene nach ihrem glücklichen Fundin Jerufalem felbfl zurückgelaffen hatte. Um das „Kreuz“namentlich dreht fleh nachmals der Streit mit den Un-gläubigen. Ohne feine Wiedergewinnung entbehrten dieheil. Stätten felbfl der höheren Legitimation. Nur als dieGefahr feines Verluftes zu augenfcheinlich ward, wird dieJerufalemer Reliquie zu befferem Schutze auf Zeit nach Con-ftantinopel gebracht (f. u.). Es ift ein und derfelbe Horizontder Intereffen und Anfchauungen, der in Byzanz die fpäterenKaiferfagen mit denen der erften Chriftianifierung des Kaifer-tums verbindet. Im Morgenlande hatte man wie nirgendsanders alle Elemente beifammen, um Anfang und Ende derWelt felber in die Gefchichte des heil. Römifchen Reichesund feiner Gefchicke hineinzubauen. Hat doch im Abend-lande auch erft das fpecielle Intereffe am altteflamentlichenGefchichtsberichte die Idee der Weltchroniken geweckt. Sofall man, feit die chriftliche Weltanfchauung herrfchend ge-worden war, das heil. Land und fpeciell den Kreuzeshügelauch geographifch für den Mittelpunkt der Erde an und liefsAdam felbfl teils auf Golgata, teils und nach älterer wieüberwiegender Sage bei Hebron in Mamre begraben fein.Daher erklärt fich die früh zu beobachtende Correfpondenz-beziehung zwifchen dem auf dem Grabe in Mamre gepflanztenParadiefeszweig und dem Kreuzesbaum auf Golgatha. Inden Kreuzesfagen des Mittelalters gehen beide zweifellos in-einander über; in der Kaiferfage bildet die Niederlegungder Krone auf das Kreuz zu Golgatha ein ganz felbftändiges