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der Imperialiften vollzog fich in ziemlich ftetigem Fortfehrittdie Umfetzung der univerfalen Schirmherrfchaft der Chriften-heit in die Idee einer Univerfal- und Weltmonarchie. Dievorbereitenden Anfänge unter Otto III. und Heinrich III.find oben angedeutet. Der Papftftreit befonders feit Fried-rich II. half die Gegenfätze immer unnatürlicher zufpitzen.Statt der Reichsgefchichte, die feit 1238 wefentlich ver-ftummt, werden Staats- und Streitfchriften die Quellen fürdiefe Principgegenfätze; unter den erfteren in erfter LinieDante’s berümtes politifches Bekenntnis „de monarchia“.In umgekehrter Progreffion mit der Schwächung des Reichesfteigert fich danach der Anfpruch der Theorie. Nicht nurRomantiker wie Lupoid von Bebenburg, fondern Philo-fophen wie Occam, und er war ein Engländer von Nation,ja felbft auch entfehieden päpftlich gefinnte Schriftftellerwie Conrad v. Megenberg fehen es wie ein Dogma an,dafs alle Könige und Völker der kaiferlichen Weltmonarchie,refp. der Jurisdiction des Kaifers unterworfen feien. Frank-reich — fagt Occam — davon eximieren könne weder derPapft, noch felbft der Kaifer, wenn er auch wollte. InRiezler’s hochintereffanter Zufammenftellung „der literar.Widerfacher der Päpfte zur Zeit Ludwigs des Bayern“ findetman die Belege am beften beifammen 30 ).
Die Vifion Bebenburgs von dem Reiche als einemhilflos klagenden Weibe haben wir anderen Ortes ge-fchildert 3 *); das war die Kehrfeite der Stimmung zu jener„himmelhoch jauchzenden“ Begeifterung der Reichsfangui-niker. Dann ift aber ein näherer Vergleich der ganz andrenPhyfiognomie, wie fie am Anfang diefer Entwicklung unferDrama aus Barbaroffa’s Tagen darbietet, um fo mehr un-mittelbar geboten. Die neue Loofung der Zeit liegt hierbereits codificiert vor oder befchreitet vielmehr zum erftenMale plaftifch geftaltet und dramatifch belebt die Schau-büne der Zeit. Da tront über allen andren Königen ein