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als die übrigen Bildungstraditionen noch gemeinfamewaren 23 ).
Gerade diefe Gemeinfamkeit aber follte für Deutfchlandzur verhängnifsvollften Abhängigkeit ausfchlagen. Nach Seiteder Vorliebe für das Claffifche zwar behauptete Deutfchland,feit das wiffenfchaftliche Streben fich überhaupt wieder be-lebte, in dem Mafse eine höhere Selbftändigkeit, als diedeutfchen Klöfler überwiegend der Cluniacenfer Reform wider-ftrebten. Die Abneigung Clugnys gegen die Befchäftigungmit den Clafflkern fürte in Frankreich dazu, dafs fall, einzigdie Schule von Orleans unter Johann v. Salisbury, felbfleinem Ausländer, bewufster dafür eintrat. — Andererfeitslämten die Papfl- und Reichskämpfe in Deutfchland dasWiffenfchaftsleben überhaupt aufs Bedenklichlte. Wie Frank-reich durch das Cluniacenfer Papfttum zum Vororte päpft-licher Einflüße wurde, fo zog fich nun auch die Pflege der-jenigen Wiffenfchaft ausfchliefslich ebendahin, welche über-wiegend von curialiftifch gefinnten Klerikern betrieben zu-gleich doch den höchften Reiz auf alle angeregten Geifierjener Zeit übte. Die Dialektik und mit ihr die fcholaflifcheTheologie blüte nirgends fo wie in Paris und Reims. Werals Scholafter in deutfchen Klöftem für voll angefehenwerden wollte, mufste notgedrungen feine Vorbildung inFrankreich fich geholt haben. Der höhere Adel Deutfch-lands aber, fo viel er am Wiffenfchaftsbedürfnis der Zeitteilnam, wie obenan ein Otto v. Freifing, machte feineStudien ohne Ausname auf den hohen Schulen Frankreichs.Was Wunder, dafs es der franzöfifchen Nationaleitelkeit dannnicht genügen konnte, wenn Jordanus von Osnabrück, waszu feinen fpeciellen ' und epochemachenden Erfindungengehört, Frankreich über den Verluft des Kaifertums damitzu trollen fucht, dafs ihm fLatt deffen und neben der Kirchen-herrfchaft Roms als fein ebenbürtig drittes donum das „Stu-dium“ fchon feit Carl d. Gr. prädeftiniert fei 24 ).
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